HOME

Bibliothek in Neuseeland: 15.000 Euro Leihgebühr - Frau gibt Buch 67 Jahre zu spät zurück

Eine Bibliothek in Neuseeland hat ein Buch zurückbekommen, dass eigentlich schon 1948 fällig war. Trotz der Verspätung von 24.605 Tagen muss die Frau die Gebühr allerdings nicht zahlen.

"Myths and Legends of Maoriland" lautet der Titel des Buches, das nun mit 67 Jahren Verspätung zurückgegeben wurde

Mit 67 Jahren Verspätung liegt "Myths and Legends of Maoriland" nun wieder in der Bibliothek in Auckland

Die Dame wirkte etwas verlegen, als sie in die "Epsom Bibliothek" in Auckland trat. Warum, begriff die Bibliothekarin nur Augenblicke später, wie sie der britischen Zeitung "The Guardian" erzählte. Denn die Frau zog ein Buch mit verblichenem und zerrissenem Einband hervor: "Myths and Legends of Maoriland" von A.W. Reed. Ausgeliehen hatte die Frau es als Kind im Jahr 1948. Fällig war das Buch am 17. Dezember 1948. Am Donnerstag gab sie es dann zurück - satte 24.605 Tage zu spät, wie der "Guardian" ausgerechnet hat.

"Sie sagte mir, sie habe das Buch als Kind ausgeliehen und seit Jahren vorgehabt, es zurückzugeben", sagte die Bibliothekarin Zoe Cornelius dem "Guardian". Nun sei sie wegen eines Familienbesuches in der neuseeländischen Hauptstadt gewesen und habe diese Chance genutzt. "Sie wirkte ein wenig verlegen, aber ich war froh, denn sie sagte, sie habe das Buch oft mit Freude gelesen in den letzten Jahrzehnten, und das hat mich gefreut - dass das Buch in einem guten Zuhause war und geliebt wurde."

Ein Foto der Auckland Libraries zeigt den Leihzettel des nun zurückgegebenen Buches mit Stempeln aus 1947 und 1948

Auf Twitter postete die Bibliothek ein Foto mit den Datumsstempeln für die Rückgabe. Der letzte stammt aus dem Jahr 1948

Es gibt wohl kaum jemanden, der nicht schon einmal die Rückgabefrist eines Buches verschlafen hat. Aber gleich 67 Jahre? Die fälligen Leihgebühren belaufen sich jedenfalls auf umgerechnet 14.981 Euro. Doch die neuseeländische Buchfreundin hat wohl sehr viel Glück. Denn weil sie das Buch als Kind ausgeliehen hat, würden keine Gebühren fällig, schreibt der "Guardian".

Die Dauer-Ausleiherin ist wohl die letzte Person, die diese Ausgabe von "Myths and Legends of Maoriland" bei sich zuhause hatte. Denn laut der Zeitung ist es nun wahrscheinlich, dass das Buch künftig in die Spezialabteilung der Bibliothek wandert. Wertvoll ist es zwar nicht. Aber welche Bibliothek hat schon ein Buch in seinem Bestand, dass nach so langer Zeit zurückgegeben wurde? Das dürfte nicht nur in Neuseeland, sondern auf der ganzen Welt ein Rekord sein.

 

Streich in New Yorker U-Bahn: Wenn Bücher über Penisse Fahrgäste schocken
tkr
Auf welche Rechtsgrundlage beziehen sich die Münchner Finanzämter im jüngsten Steuerskandal?
Gestern in Report: Münchener Mittelständler, die zum Beispiel Werbung bei Google gekauft haben, sollen auf gezahlte Werbung bei Google eine Quellensteuer von 15 Prozent zahlen, und zwar zunächst rückwirkend für die Jahre 2012 und 2013. Das Geld, so die Betriebsprüfer des Finanzamts München, könnten sich die Steuer ja von Google zurückholen. Klingt skurril. Klingt nach einer Sauerei. ich habe mir deshalb den 50a ESTG durchgelesen, was wenig Freude macht. Dort steht erstens: "Die Einkommensteuer wird bei beschränkt Steuerpflichtigen im Wege des Steuerabzugs erhoben", was bedeutet, dass (um im Beispiel zu bleiben) Google der Steuerschuldner ist und sich das Finanzamt dorthin wenden soll und unter Abschnitt 7: "Das Finanzamt des Vergütungsgläubigers kann anordnen, dass der Schuldner der Vergütung für Rechnung des Gläubigers (Steuerschuldner) die Einkommensteuer von beschränkt steuerpflichtigen Einkünften, soweit diese nicht bereits dem Steuerabzug unterliegen, im Wege des Steuerabzugs einzubehalten und abzuführen hat, wenn dies zur Sicherung des Steueranspruchs zweckmäßig ist. " Nach diesem Text muss das Finanzamt von Google diese Anordnung treffen und nicht das Münchner. Ich bin mir sehr sicher, dass das Finanzamt in Irland nicht tätig geworden ist. Was also könnte die Rechtsgrundlage für diese extreme Auslegung einer Vorschrift sein, die ursprünglich dazu gedacht war, dass Veranstalter von Rockkonzerten die Steuern für die ausländischen Musiker abführen (was ja vernünftig ist)?