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Neuseeland Über Bord gegangen: Mann treibt 16 Stunden auf dem Pazifik und überlebt

Im Morgengrauen ging Vidam Perevertilov von der Silver Supporter über Bord
Im Morgengrauen ging Vidam Perevertilov von der Silver Supporter über Bord
© AFP
Ein 52-jähriger Schiffsingenieur geht nach seiner Schicht an Deck, weil ihm schwindelig ist. Plötzlich treibt er im Pazifik auf offenem Gewässer – und das für ganze 16 Stunden. Eine alte Boje rettete dem Mann das Leben.

Vidam Perevertilov ist ein 52-jähriger Schiffsingenieur und arbeitet auf einem Containerschiff namens Silver Supporter, das zwischen Tauranga, Neuseeland und den Pitcairninseln, einer Inselgruppe im Südostpazifik, fährt. Nach seiner Schicht im Maschinenraum sei ihm unwohl gewesen, erzählt Perevertilovs Sohn Marat gegenüber des neuseeländischen Nachrichtenportals "Stuff". Plötzlich habe sich der Mann auf offenem Gewässer in 800 Kilometer Entfernung vom Festland befunden. "Er kann sich nicht erinnern, dass er über Bord gegangen ist", sagt Marat Perevertilov, "es kann sein, dass er in Ohnmacht gefallen ist."

Gegen 4 Uhr morgens soll der 52-Jährige in der Dunkelheit von der Silver Supporter über Bord gegangen sein. Über zwei Stunden lang habe er laut "The Times" versucht, sich über Wasser zu halten, bis die Sonne aufging und er in der Ferne einen schwarzen Gegenstand sah: Eine kleine, verwitterte Boje, die zuvor abgetrieben war. Er schwamm darauf zu und krallte sich daran fest – eine Entscheidung, die sein Leben retten sollte. Denn die Crew bemerkte erst ganze vier Stunden später, dass Perevertilov fehlt.

Eine Reihe glücklicher Zufälle

Sein Sohn ist überzeugt, dass die körperliche Fitness seines Vaters ihn gerettet hat: "Er hat immer versucht, sportlich und gesund zu bleiben. Wäre er das nicht gewesen, dann wäre er vielleicht gleich ertrunken. Er hat kämpfen müssen, um sich über Wasser zu halten." Als die Sonne ihren Höchststand erreichte, soll seine Haut gebrannt haben und er habe Durst bekommen. "Nach zehn Stunden auf dem Wasser hatte mein Vater Angst, dass er nicht mehr gefunden wird, wenn es wieder dunkel wird", so der Sohn gegenüber "Stuff".

Während Perevertilov sich an die Boje klammerte, ordnete der Kapitän seines Containerschiffs an, umzukehren, um nach dem verlorenen Crewmitglied zu suchen. Als dieser sein Schiff am Horizont sah, soll er gewunken und gerufen haben. "Was dann geschah, ist nahezu unerklärlich", mein Sohn Marat Perevertilov. Der Kapitän habe zwar seine Rufe gehört und setzte den Kurs in deren Richtung, doch nachdem die Besatzungsmitglieder niemanden gesehen haben, sollen sie wieder auf die ursprüngliche Route zurückgekehrt sein. Erst dann habe ein Wachposten den winkenden Perevertilov erspäht.

Perevertilov spricht viel von Gott

"Sobald sie ihn erreicht hatten, warfen sie ihm eine Rettungsboje zu, ließen eine Leiter herunter und ein Besatzungsmitglied zog ihn an Bord", berichtet Marat Perevertilov. Er habe 20 Jahre älter ausgesehen und sei sehr müde gewesen. "In seinen Nachrichten an mich spricht er sehr viel von Gott. Er war vorher kein religiöser Mensch", sagt er weiter.

Marat Perevertilov habe seinen Vater gefragt, warum er die Boje nicht als Erinnerung mit an Board genommen habe. Er habe sie im Wasser gelassen, "damit sie jemand anderem das Leben rettet."

Quellen: The Times, Stuff

yak

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