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Busunglück in Oberfranken: Was wir über das Inferno auf der A9 wissen - und was nicht

Bei dem schweren Busunfall auf der Autobahn 9 in Oberfranken sind nach Erkenntnissen der Polizei 18 Menschen ums Leben gekommen. Was wir zudem über das Inferno in Bayern wissen - und was nicht.

Was ist passiert?

Es ist kurz nach 7 Uhr, als der Notruf bei der Feuerwehr eingeht: Ein Reisebus und ein Lastwagenanhänger stehen auf der Autobahn in Flammen. "Als wir eingetroffen sind, kam niemand mehr aus dem Bus", sagt Andreas Hentschel von der Feuerwehr Münchberg. 

Was ist über den Unfallhergang bekannt?

Noch nicht viel. Der Zusammenstoß ereignete sich am Ende eines Staus. Fraglich ist, ob der Sattelzug stand oder langsam fuhr. Angaben der "Frankenpost", laut denen der Lastwagen Betten und Kissen geladen hatte, wollte die Polizei nicht bestätigen. Außer dem Bus brannte auch der Anhänger des Lasters vollständig aus. Ein Feuerwehrsprecher sagte der Zeitung, schon den Erstrettern sei es wegen der großen Hitze nicht möglich gewesen, an den Bus heranzukommen. "Nach dem Eintreffen der Feuerwehr hatte niemand mehr den Bus verlassen." Das Fahrzeug habe sich zu diesem Zeitpunkt bereits im Vollbrand befunden. Warum der Bus so schnell ausbrannte und wodurch das Feuer ausgelöst wurde, ist unklar.

Wer saß in dem Bus?

Nach Angaben der Polizei saß in dem Bus eine Reisegruppe aus Sachsen. Die Fahrgäste waren demnach zwischen 41 und 81 Jahre alt.

Was ist mit den Verletzten?

Die 30 Menschen, die sich retten konnten, sind in umliegende Krankenhäuser gebracht worden. Rettungshubschrauber landeten dafür auf der Autobahn und flogen die Opfer in Kliniken. "Sie haben teils sehr schwere Verletzungen erlitten", sagt Polizeisprecherin Anne Höfer.


Was hat die Rettung erschwert?

Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) hat ein "völlig unverantwortliches Verhalten" mancher Autofahrer im Stau beklagt. Sie hätten es damit den Rettern erschwert, zur Unglücksstelle zu kommen, sagte Herrmann. Nach einem Unfall sei "sofort eine Rettungsgasse zu bilden - und zwar so, dass ein Lkw durchkommen kann", sagte Herrmann. Er betonte, dass dennoch "so schnell wie irgendmöglich Hilfe geleistet" worden sei.

Hätte eine automatische Löscheinrichtung die Katastrophe verhindern können?

Kaum. "Selbst eine moderne Löscheinrichtung im Bus löscht im Motorraum, im Zweifelsfall auch noch im Gepäckraum und auch noch in der Bustoilette, darf aber nicht im Innenraum löschen", sagt Johannes Hübner, Sicherheitsexperte vom RDA Internationalen Bustouristik Verband in Köln.

Was ist über den Unfallort bekannt?

Der Unfallort dürfte vielen in der Region in schlechter Erinnerung sein: Am 19. Oktober 1990 hatte es auf der A9 bei Münchberg schon einmal einen folgenschweren Unfall gegeben. In einer Nebelwand krachte ein fast 40 Tonnen schwerer Milchlaster mit viel zu hoher Geschwindigkeit in eine Unfallstelle: Zehn Menschen starben damals. 122 wurden verletzt, 38 davon schwer.


llf mit DPA