Ölpest im Golf von Mexiko "Static Kill" verläuft nach Plan


Die Verschließung des defekten Bohrlochs im Golf von Mexiko funktioniert nach Angaben der Experten bislang wie geplant. Der Druck in der Quelle sei durch das Einpumpen von Schlamm deutlich gesunken.

Mehr als vier Monate nach dem Untergang der Bohrinsel "Deepwater Horizon" hat der Energiemulti BP im Golf von Mexiko mit dem endgültigen Abdichten der außer Kontrolle geratenen Ölquelle begonnen. Ein positiver Test habe den Ausschlag gegeben, um 22.00 Uhr (MESZ) das "Static Kill" genannte Verfahren einzuleiten, teilte der Konzern am Dienstag mit. Dabei werden große Mengen Schlamm und Zement in das Bohrloch gepumpt, um die Quelle in 1600 Meter Meerestiefe zu verschließen.

Die Verschließung des defekten Bohrlochs funktioniert nach Angaben der Experten bislang wie geplant. Der Druck in der Quelle sei durch das Einpumpen von Schlamm deutlich gesunken, sagte der Leiter der Operation, Bobby Bolton, am Dienstagabend. Dies sei ein gutes Zeichen.

"Der Druck ist runtergegangen und scheint sich zu stabilisieren", sagte Bolton an Bord des Schiffes "Q4000" von dem aus der Schlamm in das Bohrloch gepumpt wird. Mit "Static Kill" hoffen BP und die Regierung in Washington, das Leck endlich in den Griff zu bekommen. Seit April sind Hunderte Millionen Liter Öl ins Meer gesprudelt und verursachten die größte Ölpest der Geschichte.

Die Arbeiten werden nach Angaben des Krisenmanagers der US-Regierung, Thad Allen, 33 bis 61 Stunden dauern. Das Pumpen des Füllstoffs müsse mit größter Umsicht vonstattengehen, um neue Lecks zu verhindern, beschrieb Allen die Probleme für die Ingenieure. Die Operation "Static Kill" ist der erste Schritt einer Doppelstrategie gegen die Ölpest. Mitte August soll durch eine Entlastungsbohrung noch mehr Schlamm und Zement eingeschossen werden, um mit dem "Basic Kill" genannten Verfahren die Bohrstelle weiter abzudichten.

Reuters/APN Reuters

Mehr zum Thema


Wissenscommunity


Newsticker