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Pakistan: Lawine verschüttet mehr als 100 Soldaten

Bis zu 130 Verschüttete: In Pakistan wurde ein Armeebataillon von einer Lawine überrascht. Rettungskräfte versuchen in die abgelegene Region im Norden des Landes vorzudringen.

In Pakistan hat eine Schneelawine rund 130 Soldaten unter sich begraben. Wie ein Armeesprecher in Islamabad mitteilte, habe sich das Unglück in der abgelegenen Region Siachen der Karakoram-Bergkette im Himalaya im Norden des Landes ereignet. Es sei eine der schwersten Naturkatastrophen, mit denen die Armee je habe kämpfen müssen. In einem Wettlauf gegen die Zeit versuchten Rettungskräfte mit Spürhunden und Hubschraubern, unter den Schneemassen Überlebende zu finden.

"Es ist richtig, dass rund 130 Soldaten unter der Lawine begraben worden sind", sagte ein Sprecher. "Wir haben mit einer Rettungsaktion begonnen. Hubschrauber, die notwendige Ausrüstung und Experten sind auf dem Weg." Berichten des Staatsfernsehens zufolge hatten die Rettungskräfte Schwierigkeiten, schweres Gerät in die abgelegene Region zu bringen. Örtlichen Medienberichten zufolge ging die Lawine bereits in der Nacht nieder.

Region der Extreme

In den Bergen Pakistans, des benachbarten Afghanistan und der Kaschmir-Region herrschen oft extreme Wetterbedingungen. Durch Lawinen und Erdrutsche werden immer wieder Straßen unpassierbar und Dörfer von der Außenwelt abgeschnitten. Im Februar wurden mindestens 16 indische Soldaten von zwei Lawinen getötet. Die Region Siachen liegt nahe der vier auf pakistanischer Seite liegenden mehr als 8000 Meter hohen Berge K2, Broad Peak, Gasherbrum I und Gasherbrum II.

Die Kaschmir-Region liegt zu Teilen in Pakistan und zu Teilen in Indien. Beide Seiten beanspruchen die gesamte Region für sich. Seit der Unabhängigkeit von Großbritannien 1947 führten die beiden Atommächte zwei ihrer drei Kriege um die Region. Beide Länder entsandten tausende Soldaten nach Kaschmir, wobei bereits mehr Soldaten durch die extremen Wetterbedingungen als durch Kampfhandlungen getötet worden sein sollen.

Der Unglücksort am Siachen-Gletscher liegt rund 100 Kilometer nördlich von Skardu, einer der wichtigsten Städte in der Region Gilgit-Baltistan. 1982 hatte es in der Region des Siachen-Gletschers blutige Kämpfe zwischen Soldaten beider Länder gegeben.

ono/AFP/DPA / DPA