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Westjordanland: Baby stirbt bei Brandanschlag auf Palästinenser

"Rache" steht in hebräisch auf der Wand des ausgebrannten Hauses im Westjordanland. Jüdische Siedler haben es in Brand gesteckt. Bei dem Brand starb das Baby der Familie.

Vater steht vor niedergebranntem Haus

Ein Mann begutachtet den Schaden, den der Brandanschlag auf das Haus seines Sohnes angerichtet hat. Auf hebräisch wurde von den Tätern eine Botschaft an die Hauswand gesprüht: Der Davidstern als Symbol des Judentums und das Wort "Rache".

Bei einem von jüdischen Siedlern gelegten Hausbrand ist im ein palästinensisches Baby getötet worden, die Eltern des Eineinhalbjährigen und ein weiteres Kind wurden nach palästinensischen Angaben verletzt. Wie palästinensische Sicherheitskräfte am Freitag mitteilten, drangen in der Nacht vier Siedler in das Dorf Doma bei Nablus ein und legten Feuer an dem am Ortseingang gelegenen Haus. Zudem hätten sie eine Mauer mit Parolen beschmiert. Anschließend seien die Täter in Richtung einer benachbarten Siedlung geflüchtet.

Die Eltern wurden in ein israelisches Krankenhaus gebracht, ein weiteres Kind wurde in Nablus medizinisch versorgt. Der israelische Verteidigungsminister verurteilte in einer Erklärung "das Feuer und den Mord an dem palästinensischen Baby" als "Terrorakt". "Wir werden Terroristen nicht erlauben, Palästinensern das Leben zu nehmen." Armeesprecher Peter Lerner sprach von einer "barbarischen Tat". 

Radikale Siedler attackieren regelmäßig Palästinenser und deren Häuser, umgekehrt sind Siedler auch immer wieder Ziel von Angriffen radikaler Palästinenser. Derzeit leben fast 400.000 israelische Siedler im seit 1967 von Israel besetzten Westjordanland und fast 200.000 weitere in Ost-Jerusalem. Die internationale Staatengemeinschaft betrachtet alle jüdischen Siedlungen in den Palästinensergebieten als illegal.

awö / AFP