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Kritik an Vorgehen der Beamten Polizist kniet auf Kopf und Nacken: Einsatz in Düsseldorfer Altstadt wird untersucht

Screenshot aus Video zu Polizeieinsatz in Düsseldorfer Altstadt
Einer der Beamten kniet auf dem Kopf und Nacken des Jugendlichen, der andere sitzt auf dessen Beinen
© Screenshot / www.twitter.com
Die Düsseldorfer Polizei sieht sich im Netz teils massiver Kritik ausgesetzt. Grund dafür ist ein Video von einem Einsatz, bei dem ein Beamter auf dem Kopf und Nacken eines jungen Mannes kniet, der fixiert werden soll. Der Vorfall wird nun untersucht.

Es sind Bilder, die an die Festnahme des Afroamerikaners George Floyd Ende Mai in der US-Stadt Minneapolis erinnern: Ein mit einem roten T-Shirt bekleideter Mann liegt bäuchlings auf dem Boden. Zwei Polizisten versuchen ihn zu fixieren. Einer der Beamten kniet dabei auf dem Kopf und Nacken des Mannes, der andere sitzt auf dessen Beinen, während sich ein dritter Kollege beide abschirmend vor ihnen positioniert, später auch seinen Schlagstock griffbereit hält. Umherstehende Personen bitten die Beamten in dem Video immer wieder, das Knie wegzunehmen. 

Zugetragen hat sich die Szene am Samstagabend in der Altstadt von Düsseldorf, konkret in der Neustraße in der Nähe eines Asia-Imbisses und eines Fastfood-Restaurants, wie inzwischen auch die Polizei bestätigte. Zuvor war ein Video des Vorfalls in den sozialen Netzwerken gepostet und tausendfach geteilt und kommentiert worden. Zunächst bei Instagram, inzwischen ist es auch in verschiedenen Aufnahmelängen bei Twitter und der Video-Plattform Tiktok gelandet.

Polizei bestätigt Einsatz in Düsseldorfer Altstadt

Man habe im Laufe des Vormittags von dem Video Kenntnis erlangt, teilte die Düsseldorfer Polizei am frühen Sonntagabend mit. Die Sequenz sei umgehend örtlich und zeitlich eingegrenzt worden, heißt es weiter. Demnach seien die Beamten – zu Beginn des Videos sind vier Polizisten vor Ort, später trifft ein weiterer Streifenwagen ein – gegen 19.30 Uhr zu einem nahegelegenen Restaurant gerufen worden, wo eine Gruppe von zehn Personen randaliert haben soll, heißt es in einer Pressemitteilung.

Während der Klärung des Sachverhalts habe der bis dahin unbeteiligte Jugendliche die polizeilichen Maßnahmen gestört und die Beamten im weiteren Verlauf tätlich angegriffen, schreibt die Polizei. Der Jugendliche habe sich den weiteren Maßnahmen widersetzt und sei zwecks einer Identifizierung zur Polizeiwache Mitte gebracht worden, ehe man ihn später in die Obhut seiner Erziehungsberechtigten übergeben habe.

Einsatz wird von Kollegen aus Duisburg untersucht

Vom Widerstand des Jugendlichen ist auf dem im Netz kursierenden Video nichts zu sehen, weil die Aufnahme erst beginnt, wenn der Beschuldigte bereits auf dem Boden liegt und fixiert werden soll. Was im Vorfeld passiert ist, wird nicht gezeigt. In den sozialen Netzwerken wird das Video auch deshalb kontrovers diskutiert. Viele Kommentatoren werfen den Beamten ein unverhältnismäßig gewaltsames Vorgehen vor, andere kritisieren, dass nicht ersichtlich sei, ob und wie aggressiv sich der Jugendliche gegenüber den Polizeikräften verhalten habe.

Gegenüber der "Rheinischen Post", die zuerst über den Vorfall berichtet hatte, sagte ein Sprecher des NRW-Innenministeriums, dass man den Vorgang beobachte. Und weiter: "Wir nehmen dieses Video sehr ernst." Auch die Düsseldorfer Polizei kündigte an, dass Video "intensiv hinsichtlich der Art und Weise des polizeilichen Einschreitens" zu analysieren und zu bewerten. Aufgrund des Verdachts eines Beamtendelikts habe aus Neutralitätsgründen das Polizeipräsidium Duisburg die Bearbeitung des Falls übernommen, heißt es.

Der Afromaerikaner George Floyd war im Mai bei einem Polizeieinsatz Ende Mai in Minneapolis getötet worden. Ein Polizist hatte mehrere Minuten auf dem Nacken Floyds gekniet, obwohl dieser mehrfach sagte, er könne nicht atmen. Der Fall hatte nicht nur in den USA eine hitzige Debatte über Gewalt und Rassismus auf Seiten der Polizei ausgelöst. Zudem halten seither Demonstrationen in den USA gegen Rassismus und Polizeigewalt an.

Quellen: "Rheinische Post" / Polizei Düsseldorf / Instagram / Twitter / Tiktok

mod

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