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Umstrittener Tweet: Tipps für den Katastrophenfall: Schottische Polizei verunsichert Bürger

Die schottische Polizei wies im September darauf hin, wie sich Bürger auf Notfälle vorbereiten können. Damit haben sie vielen Bürgern allerdings eher Angst eingejagt.

Polizei Schottland

Die Polizei in Schottland wird für einen Tweet kritisiert

Getty Images

Auf alle Eventualitäten vorbereitet zu sein, kann sich als sehr sinnvoll erweisen, wenn der Ernstfall tatsächlich einmal eintritt. Daran wird im englischsprachigen Raum im September mit dem "Preparedness Month" erinnert. In diesem Monat geben die staatlichen Behörden Tipps dazu, wie sich die Bevölkerung auf kleinere und größere Katastrophenfälle vorbereiten kann.

Ein solcher Tipp der Polizei in Schottland hat aber für Verwirrung im Königreich gesorgt. Auf Twitter postete die Polizei das Bild einer "Grab-and-Go Bag", einer Tasche also, die man vorbereiten sollte, damit man sie sich im Notfall nur noch zu greifen braucht. "Notfälle können jederzeit passieren. Deshalb wird empfohlen, eine 'Grab Bag' bereit zu haben, die wichtige Dinge enthält", schrieb die Polizei auf Twitter. Zu den "wichtigen Dingen" gehören unter anderem Medizin, Kopien von wichtigen Dokumenten, Wasser und Nahrungsmittel.

Tweet der schottischen Polizei verunsichert Bürger

Sicherlich ein gut gemeinter Hinweis, doch viele User fühlten sich durch den Tweet verunsichert. Sie witterten hinter der allgemeinen Information eine konkrete Gefahrenlage, auf die sich die Bevölkerung vorbereiten müsse. "Das ist krass", schrieb ein Twitterer an die Polizei. "Sie machen Leuten ohne Erklärung Angst. An welchen Notfall denken sie dabei? Den Brexit? Krieg? Unruhen im Land? Flut? Eine Seuche? Einen nuklearen Unfall?". "Soll das nur ein Witz sein oder glauben Sie wirklich, dass die schottischen Bürger in Gefahr sind?", fragte ein anderer. Auch in den Medien gab es Kritik.

Drei Stunden nach dem ersten Tweet meldete sich die schottische Polizei erneut mit einer Klarstellung auf Twitter. Der Hinweis auf die "Grab Bags" sei Teil einer 30 Tage dauernden Informationskampagne auf Social Media gewesen. Einen aktuellen Anlass dafür gebe es nicht. Eigentlich sollte die Kampagne dazu beitragen, die Bürger auf Katastrophenfälle vorzubereiten und ihnen ein größeres Sicherheitsgefühl zu geben – in diesem Fall hat sie allerdings das genaue Gegenteil bewirkt.

Quelle: Police Scotland Control Rooms auf Twitter

epp