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Milwaukee: Schülerin schreibt preisgekrönten Aufsatz über Waffengewalt – und wird erschossen

Bei einem Schreibwettbewerb schaffte es Sandra Parks, eine Schülerin aus Milwaukee, mit ihrem Aufsatz über Waffengewalt auf den dritten Platz. Nun wurde die Dreizehnjährige bei einer Schießerei getötet. Zwei Verdächtige wurden angeklagt.

Familienmitglieder von Sandra Parks trauern

Mutter (links) und Patentante (rechts) liegen sich trauernd in den Armen. 

"Manchmal lehne ich mich zurück und muss dem entkommen, was ich jeden Tag sehe und höre. Ich ziehe meine Kopfhörer auf und lasse mich von der Musik beruhigen. Ich bewege mich zu den Klängen und versuche, über das Leben nachzudenken, darüber was es bedeutet. Tue ich das, komme ich zu der gleichen Schlussfolgerung ... wir befinden uns in einem chaotischen Staat." Mit diesen Worten beginnt der preisgekrönte Aufsatz der dreizehnjährige Schülerin Sandra Parks. Dieser widmet sich dem Thema "Waffengewalt" und gewann im Jahr 2016/2017 den dritten Platz eines Schreibwettbewerbs. 

How many more children must we lose to gun violence?! Last night Keefe Avenue 8th grade student Sandra Parks was...

Gepostet von Milwaukee Teachers' Education Association am Dienstag, 20. November 2018

Sandra wurde selbst Opfer von Waffengewalt

Zwei Jahre, nachdem Sandra Parks den Aufsatz über Waffengewalt schrieb, wurde die dreizehnjährige Schülerin selbst Opfer einer Schießerei. Sandra schaute am Montagabend in ihrem Zimmer Fernsehen, als ein Kugelhagel das Haus ihrer Familie traf. Ein Streuschuss durchschlug die Scheibe von Sandras Zimmerfenster. Die Kugel traf das Mädchen – sie wurde tödlich verletzt. Das berichtet der Fernsehsender "WISN".

"Sie ertrug es wie ein Soldat" schilderte Sandras Schwester Tatiana in einem Fernseh-Interview und fügt hinzu: "Sie kam in den Raum und sagte 'Mama, ich wurde angeschossen'." 

Zwei Tatverdächtige angeklagt

Die Staatsanwaltschaft von Milwaukee erhob gegen zwei Verdächtige im Alter von 26 und 27 Jahren Anklage wegen Mordes. Bei einer Hausdurchsuchung in der Nachbarschaft, wo sich einer der Täter versteckte, fanden die Ermittler eine Schusswaffe. Die Ermittler konnten diese nach weiteren Untersuchungen als Tatwaffe identifizieren. "Das Motiv wird noch ermittelt" sagte eine Sprecherin der Polizeidienststelle Milwaukees

"Die Wahrheit ist, dass wir unsere Geschichte umschreiben müssen, damit der Glaube und die Hoffnung auf ein besseres Morgen nicht nur in uns sind, sondern wir fest daran glauben und es in die Tat umsetzen." Diese Worte aus Sandras Aufsatz wird das Mädchen nie in die Tat umsetzen können. Hätte die amerikanische Politik sich vor zwei Jahren von ihren Worten berühren lassen und die Waffengesetze verschärft, wäre die Dreizehnjährige heute vielleicht noch am Leben.

Quellen: WISN

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