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Entscheidung der Justizkommission Dreier mit Mitarbeitern, Drohungen gegen Anwälte – US-Richterin verliert ihren Job

US-Gericht
Richterin Dawn Gentry muss ihren Posten räumen
© ftwitty / Getty Images
Die US-Richterin Dawn Gentry ist ihr Amt los: Eine Kommission sah es als erwiesen an, dass sie unter anderem sexuelle Beziehungen am Arbeitsplatz unterhielt und Anwälten drohte, sie in Prozessen zu benachteiligen.

Am Familiengericht von Kenton County im US-Bundesstaat Kentucky muss es wild zugegangen sein. Das lassen zumindest die Aussagen von ehemaligen Mitarbeitern erahnen, die im Prozess gegen die Richterin Dawn Gentry zu hören waren. Der Richterin wurde unter anderem vorgeworfen, sexuelle Beziehungen mit Mitarbeitern unterhalten zu haben, den Kollegen erlaubt zu haben, während der Arbeitszeit Alkohol zu trinken und Anwälte zu benachteiligen, die sich nicht auf Affären mit ihr einlassen wollten.

All diese Punkte sah eine Justizkomission in Kentucky als erwiesen an und hat die Richterin deshalb aus ihrem Amt entfernt, berichten US-Medien. Gentry war bereits vor acht Monaten suspendiert worden, nachdem die Kommission ihre Ermittlungen aufgenommen hatte. Nun ist sie ihren Job endgültig los – auch wenn die 39-Jährige die Vorwürfe bis zum Schluss bestritt und sich gegen das Urteil wehren will.

Richterin, ihr Freund und Sekretärin sollen am Arbeitsplatz Sex gehabt haben 

Die Vorwürfe haben es in sich. Wie der lokale Sender WCPO berichtet, soll Gentry ihre Büroleiterin zum Rücktritt gezwungen haben, damit sie Stephen Penrose in diese Position bringen konnte – einen Mann, mit dem sie zu dem Zeitpunkt bereits eine Affäre hatte. Die beiden nutzten in der Folge die Möglichkeit, ihre sexuelle Beziehung auch während der Arbeitszeit auszuleben.

So hätten Gentry und Penrose Dreier mit der Sekretärin der Richterin gehabt, heißt es in eidesstattlichen Erklärungen von Mitarbeitern, die bei der Anhörung verlesen wurden. Auch habe Gentry versucht, andere Frauen für Sex mit sich und ihrem Freund zu gewinnen. Wenn sich diese weigerten, habe sie ihnen gedroht.

Eine Anwältin berichtete in der Anhörung, Gentry habe sie auf der Damentoilette eines Tages unvermittelt geküsst und ihr einen Dreier angeboten. Als sie abgelehnt habe, habe die Richterin ihr damit gedroht, künftig in Prozessen gegen sie und ihre Mandanten zu entscheiden – was auch geschah. 

Anwalt will Einspruch einlegen

In zehn von zwölf Punkten befand die Kommission Dawn Gentry für schuldig. Auch dass sie ihren Mitarbeitern gestattet haben soll, während der Arbeitszeit Alkohol zu trinken, sah die Kommission als erwiesen an. Dass Gentry selbst im Dienst getrunken hat, konnte allerdings nicht klar bewiesen werden. Dennoch wird die Richterin sechs Jahre vor Ablauf ihrer Amtszeit aus ihrem Amt entfernt.

Dawn Gentry und ihr Anwalt haben allerdings Einspruch gegen das Urteil eingelegt. Die Entscheidung sei zu hart, sagte Anwalt Jeff Lawson dem "Cincinnati Enquirer": "Sie sollte die Arbeit machen, für die sie gewählt wurde und die sie gut gemacht hat."

Quellen:"Cincinnati Enquirer" / WCPO

epp

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