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Südafrika: 2000 Kumpel sitzen in der Tiefe fest

Nach einem Unfall in einer südafrikanischen Goldmine sitzen immer noch 2000 Bergleute fest. Offenbar wurde das Stromkabel eines Personenlifts durchtrennt. Nun müssen die Kumpel über den Abraumfahrstuhl gerettet werden. Dauer der Aktion: rund zehn Stunden

Nach dem schweren Grubenunglück in einer Goldmine in Südafrika laufen die Rettungsarbeiten auf Hochtouren. Etwa 1300 Bergleute konnten nach Angaben des Minenbetreibers bereits gerettet werden, knapp 2000 waren weiterhin in zwei Kilometern Tiefe eingesperrt.

Der weltweit fünftgrößte Goldproduzent Harmony Gold zeigte sich zuversichtlich, auch die übrigen Kumpels, darunter 150 bis 200 Frauen, aus Schacht holen zu können. Keiner der Arbeiter, die in 2200 Metern Tiefe festsitzen, sei verletzt oder getötet worden, sagte Unternehmenschef Graham Briggs.

"Vorfall unter Kontrolle"

Die Rettungskräfte seien in Kontakt mit den Kumpels und versorgten sie mit Frischluft und Wasser, so Briggs weiter. "Es ist ein sehr ernster Vorfall, aber er ist unter Kontrolle", fügte er an.

Die Bergleute würden in Gruppen von jeweils 75 Kumpel mit einem kleineren Förderkorb, in dem normalerweise Abraum transportiert wird, an die Oberfläche gebracht. Die ersten Kumpel waren "bei guter Gesundheit" und benötigten keine medizinische Hilfe, sagte die Sprecherin der Minengesellschaft, Amelia Soares, dem britischen Fernsehsender BBC. Die anderen würden "geduldig" darauf warten, bis sie an der Reihe seien.

Enger Raum mit bis zu 40 Grad

Nach Angaben eines Gewerkschaftssprechers halten sich die Bergleute in einem engen Raum mit Temperaturen von bis zu 40 Grad auf. Die Rettung kann sich Briggs zufolge über ungefähr zehn Stunden hinziehen. Um Risiken zu vermeiden, werde der Aufzug nur langsam bewegt, sagte er.

In der Mine Elandsrand in der Provinz Mpumulanga war nach Unternehmensangaben ein Stromkabel an einem Lift durch ein herabstürzendes Rohr gekappt worden, Als erste mögliche Unfallursache wurde Materialermüdung genannt. Der Fahrstuhl dient zur Beförderung der Arbeiter an die Oberfläche. Die genauen Ursachen würden untersucht, sagte Soares.

Mehr als 400.000 arbeiten im Bergbau

Südafrika ist der größte Förderer von Platin und einer der größten Kohleproduzenten. Im Bergbau arbeiten mehr als 400.000 Menschen. Immer wieder kommt es zu schweren Unfällen, bei denen zahlreiche Menschen sterben. Die Bergarbeitergewerkschaften klagen immer wieder über mangelhafte Sicherheitsstandards im südafrikanischen Bergbau.

Reuters/DPA / DPA / Reuters