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Triebwerk-Ausfall über dem Atlantik Wenn der Dreamliner zum Albtraum wird


Ein Flugzeug-Triebwerk fällt aus - mitten über dem Atlantik. Dem Piloten gelingt die Notlandung, alle 288 Passagiere sind heil am Boden. Doch dann beginnt erst der eigentliche Horror.

Mitten über dem Atlantik geschah das, was nicht nur Menschen mit Flugangst fürchten: Ein Triebwerk des Flugzeuges fiel aus. Der Flug TOM157 der Fluggesellschaft Thomson Airways war gerade auf dem Weg von der Dominikanischen Republik nach Manchester. Anderthalb Stunden nach dem Abflug machte ein Triebwerk komische Geräusche - bevor es schließlich vollends schlapp machte.

288 Passagiere haben Todesangst. Unter ihnen auch das Paar Gary (57) und Caroline Barton (48) und deren Tochter. Sie leben in einem Vorort von Manchester, mit der Maschine wollten sie zurück nach Hause fliegen. "Wir konnten auf unseren Bildschirmen sehen, dass die Flughöhe jede Minute um 152 Meter fiel", sagte Caroline Barton dem "Manchester Evening News". "Es sah aus, als würden wir in den Atlantik fliegen." Dann meldete sich der Pilot zu Wort: "Er sagte, er müsse tiefer fliegen, weil ihm nur noch ein Triebwerk zur Verfügung stehe."

Zwar hat der Dreamliner ohnehin den Ruf als Pannenflugzeug. Aus rein technischer Sicht kann das Flugzeug jedoch auch mit bloß einem Triebwerk fliegen und landen. Der Kapitän wollte notlanden - doch mitten über dem Ozean war keine Rettung in Sicht. Der nächste Flugplatz: ein Militärstützpunkt auf den Azoren - ganze vier Stunden entfernt. Die Fluggäste mussten ausharren - und wurden belohnt: Der Pilot landete die Boeing sicher, alle Passagiere blieben unverletzt.

Bewaffnete Soldaten statt Seelsorger

Doch der eigentliche Horror begann erst nach der Notlandung: Auf dem Stützpunkt wurden die Fluggäste von bewaffneten Soldaten empfangen - Ärzte oder Seelsorger für die verängstigten Passagiere? Fehlanzeige. Fünf Stunden lang saßen sie in einer Halle fest. "An den Ausgängen standen Wachmänner mit Maschinengewehren. Zwei Stunden durften wir uns nicht bewegen", erinnern sich die Bartons. Statt seelischer Betreuung oder Erklärungen für die Umstände gab es bloß eine Flasche Wasser und ein Sandwich.

Eine Ersatzmaschine brachte die Familie schließlich nach Hause. Mit elfstündiger Verspätung kamen die Passagiere schließlich in Manchester an.

Inzwischen hat Thomson Airways sich für den Vorfall entschuldigt. "Die Sicherheit unserer Passagiere und unserer Crew hat für uns eine außerordentliche Priorität", zitiert der "Mirror" einen Sprecher der Airline. Das Flugzeug werde nun genau untersucht. Die Bartons wollen trotzdem nie wieder mit dem Dreamliner fliegen.

Jenny Kallenbrunnen

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