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San Antonio in Texas Wachsfigurenkabinett räumt Trump weg, weil die Besucher ihm immer ins Gesicht schlagen

Donald Trump als Wachsfigur kurz vor der Enthüllung für die Öffentlichkeit im Januar 2017
Da war er noch ungeschlagen: Donald Trump als Wachsfigur kurz vor deren Enthüllung für die Öffentlichkeit im Januar 2017
© John Raoux / Picture Alliance
Der frühere US-Präsident Donald Trump spaltet die Nation. Das zeigt sich auch bei Louis Tussaud’s Waxworks, dem Wachsfigurenkabinett der texanischen Millionenstadt San Antonio – und hatte jetzt Konsequenzen.

Seit zwei Monaten ist Donald Trump nicht mehr im Amt, doch viele Amerikaner sind offenbar immer noch ziemlich sauer auf ihren Ex-Präsidenten. Und weil sie ihm das nicht persönlich sagen können, haben einige von ihnen ihre Wut an Trumps Nachbildung in Louis Tussaud’s Waxworks in San Antonio im US-Bundesstaat Texas ausgelassen.

Wie das Wachsfigurenkabinett jetzt bestätigte, hat es seinen künstlichen Trump abgebaut und in einem Lagerraum verstaut, weil Besucher immer wieder auf ihn eingehauen hätten. "Sie schlugen und zerkratzten die Figur und fügten ihr so viel Schaden zu, dass das Management sie aus der Öffentlichkeit entfernen ließ", sagte Clay Stewart, Regionalmanager der Unterhaltungsfirma Ripley Entertainment, der das Wachsmuseum gehört, dem "San Antonio Express". Trumps Gesicht sei bereits von tiefen Kratzern gezeichnet gewesen.

Obama wurden sechs Mal die Ohren abgerissen

"Wenn es sich um eine hochpolitische Figur handelt, können Angriffe ein Problem sein", erklärte Stewart der Zeitung. "Wir hatten schon immer Probleme mit der Präsidentenabteilung, denn egal welcher Präsident es war – Bush, Obama oder Trump – sie alle wurden von Leuten geschlagen."

Obama seien sogar sechsmal die Ohren abgerissen worden, erzählte Stewart. Und dessen Vorgänger George W. Bush hätten Besucher die Nase eingeschlagen. "Die Leute sind einfach aggressiv, wenn es um ihre politische Partei geht."

Zumindest die Angriffe auf den Wachs-Obama sind mittlerweile abgeebt: "Er wird nicht mehr so viel geschlagen, seit er das Amt verlassen hat", berichtete Stewart. Während Obamas Zeit im Weißen Haus habe man dessen Nachbildung noch mehrmals zum Unternehmenssitz nach Orlando in Florida verfrachtet müssen, um sie dort reparieren zu lassen. Bei Trump sei das aber derzeit nicht möglich. Weil die Corona-Beschränkungen einen Mangel an Künstlern in der Konzernzentrale verursacht hätten, hänge der angeschlagene Republikaner in San Antonio fest.

Ripley Entertainment hatte für seine verschiedenen Unterhaltungsangebote in den USA drei Wachsfiguren von Trump anfertigen lassen. Das Management war sich von Anfang an im Klaren darüber, dass die Nachbildungen des umstrittenen Präsidenten nicht bei jedem gut ankommen würden. Bei ihrer Enthüllung Anfang 2017 in Orlando hatte das Unternehmen Besucher zu einer Erstbesichtigung eingeladen. "Genau wie im wirklichen Leben liegt die Zustimmung zum Wachs-Trump bei etwa 50 Prozent – geliebt von einigen Besuchern, verabscheut von anderen", hieß es damals laut "San Antonio Express" in einer Pressemitteilung von Ripley's.

Und dann folgte ein Satz, den einige wohl einfach falsch verstanden haben: "Kommen Sie vorbei und zeigen Sie Ihre Liebe oder Abneigung."

Quellen: "San Antonio Express", Ripleys.com  

mad

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