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Unglück am Mount Everest: Lawinenopfer waren für TV-Doku unterwegs

Einige der am Mount Everest verunglückten Sherpa sollen sich wegen Dreharbeiten für eine Fernsehdokumenation in Gefahr gebracht haben. Bei dem Unglück starben 13 Menschen, drei werden noch vermisst.

Noch immer suchen Rettungsteams nach den Verschütteten am Mount Everest. Das Unglück ist mit mindestens 13 Toten das schwerste bisher.

Noch immer suchen Rettungsteams nach den Verschütteten am Mount Everest. Das Unglück ist mit mindestens 13 Toten das schwerste bisher.

Ein Teil der am Mount Everest tödlich verunglückten Sherpa war im Rahmen einer TV-Dokumenation unterwegs. Das berichtet der US-Nachrichtensender Channel 4. Demnach sollen fünf der Opfer für eine Produktion des US-Senders NBC engagiert worden sein, wie der beteiligte Abenteurer und Filmemacher Ed Wardle in einer Live-Schalte nach Nepal bestätigte. "Wir haben fünf Leute verloren", sagte Wardle, der sichtlich unter Schock stehend von den Ereignissen berichtete. "Nach Erlebnissen wie diesen müssen wir uns alle fragen, was wir hier machen."

Das Unglück am Mount Everest ist schwerste bisher am höchsten Berg der Welt. Wie die Behörden in Nepal mitteilten, sind bisher mindestens 13 Tote gefunden worden. Drei Männer würden noch vermisst, nach ihnen solle am Sonntag weiter gesucht werden. Hoffnung auf Überlebende gebe es nicht, sagte Dipendra Poudel vom Tourismusministerium. Eine Lawine hatte am Freitag nepalesische Bergführer und Träger mitgerissen. Sieben Männer wurden in den Stunden darauf lebend geborgen. Es habe an der Stelle keine Möglichkeit gegeben, vor der plötzlich abgehenden Lawine wegzurennen, schilderte ein Überlebender örtlichen Medien. "Wir haben uns zusammengedrängt, aneinander festgehalten. Aber binnen sehr kurzer Zeit waren wir alle begraben", wurde der Mann zitiert.

Die nepalesische Regierung bot den Familien der Opfer 40.000 Rupien, rund 295 Euro, Entschädigung an. Angehörige wiesen dies als schäbig zurück. Tatsächlich gibt es immer wieder Kritik an den Umgang mit den Sherpa. Das Volk ist bekannt als Hochgebirgsträger und wird traditionell als Träger für Gepäck und Equipment engagiert - häufig aber schlecht bezahlt.

she/AFP/DPA / DPA
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