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Unglück in Südamerika: 39 Tote bei Explosion in Venezuelas größter Raffinerie

Drei Tage Staatstrauer: Die Tragödie in Venezuelas größter Öl-Raffinerie in Amuay wurde durch ein Gasleck verursacht. Die explodierenden Tanks töteten Mitglieder der Nationalgarde und Zivilisten.

Die Zahl der Todesopfer bei einer Explosion in der wichtigsten Raffinerie Venezuelas ist auf 39 gestiegen. Unter den Toten des Unglücks vom Samstag seien 18 Mitglieder der Nationalgarde, die den Komplex bewacht hätten, sagte Vize-Präsident Elías Jaua. Zudem seien 15 Zivilisten und sechs weitere Menschen gestorben, die noch nicht identifiziert seien. 86 weitere Menschen wurden verletzt. Die Einsatzkräfte würden die ganze Nacht daran arbeiten, das Feuer zu löschen, kündigte Jaua an.

Die Explosion in der Paraguaná-Raffinerie in der Nacht zum Samstag löste nach Angaben der Gouverneurin des Staates Falcón, Stella Lugo, einen Großbrand aus. Das Feuer wurde nach Angaben des Energieministeriums durch ein Leck in der Olefinanlage ausgelöst. Das entweichende Gas sei explodiert und habe mindestens zwei Öltanks in Brand gesetzt. In benachbarten Ortschaften brach Panik aus. Einige Wohnblocks wurden evakuiert.

Präsident Hugo Chávez ordnete drei Tage Staatstrauer an. Die Tragödie treffe die gesamte "venezolanische Familie", sagte er in einer Telefonkonferenz mit Kabinettsmitgliedern. Venezuela ist der fünftgrößte Öl-Exporteur der Welt. Die Anlage in der Stadt Amuay im Nordwesten Venezuelas gehört zu den größten Raffinerien weltweit. Normalerweise werden dort rund 645.000 Barrel Rohöl pro Tag verarbeitet.

nw/DPA/AFP / DPA