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US-Präsident strebt Wiederaufbau von New Orleans an: Die Hauptstadt des Jazz, Obama und der "Katrina"-Schock

Fünf Jahre nach "Katrina" normalisiert sich das Leben in der Stadt am Mississippi langsam wieder. Doch noch immer sind manche Teile der Stadt wahre Geisterviertel. Am Sonntag hat US-Präsident Barack Obama weitere Unterstützung beim Wiederaufbau versprochen.

Fünf Jahre nach dem Hurrikan "Katrina" hat US-Präsident Barack Obama den Menschen in New Orleans weitere Unterstützung zugesichert. "Meine Regierung steht Ihnen bei und kämpft mit Ihnen, bis die Aufgabe erledigt ist", sagte Obama am Sonntag in einer Rede an der Xavier-Universität. Noch immer seien nicht alle Häuser wieder aufgebaut, zu viele Schüler würden noch in Containern unterrichtet, es gebe zu viele Arbeits- und Heimatlose. Die Bewohner der Stadt hätten "eine unglaubliche Belastbarkeit" gezeigt.

Seine Ansprache am Jahrestag der Naturkatastrophe, der Ende August 2005 mehr als 1.800 Menschen zum Opfer fielen, verband Obama mit Kritik an seinem Vorgänger George W. Bush. Der Hurrikan und seine Folgen seien "eine von Menschenhand geschaffene Katastrophe" gewesen, sagte der US-Präsident - "ein schändliches Versagen der Regierung, die zahllose Männer, Frauen und Kinder sich selbst überließ".

Ihre Lage im Mississippi-Delta zwischen dem mächtigsten Fluss Nordamerikas und dem Pontchartrain-See macht die Stadt New Orleans anfällig für Überschwemmungen: 70 Prozent liegen unter dem Meeresspiegel. Seit der Gründung im Jahr 1718 muss New Orleans mit entsprechendem Hochwasserschutz Vorsorge treiben.

New Orleans ist mit rund 355 000 Einwohnern (Juli 2010) die größte Stadt von Louisiana. Ihr Hafen ist ein bedeutender Außenhandelsplatz für Erzeugnisse aus den Mississippi-Staaten wie Stahl, Baumwolle und Zucker. Wichtige Einnahmequellen sind Tourismus und Gastronomie. Die Altstadt (French Quarter) mit ihrer französisch und spanisch beeinflussten Architektur zieht auch nach "Katrina" wieder Hunderttausende Touristen an. New Orleans gilt als Heimat des Jazz, dessen erste voll ausgebildete Stilrichtung sich Ende des 19. Jahrhunderts hier entwickelte.

Erica Werner, APN (mit DPA)