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USA: Wetterchaos in Kalifornien

Tagelange schwere Stürme und Niederschläge haben die US-Westküste fest im Griff. Eine Schlammlawine begrub einen Teil eines südkalifornischen Dorfes, während die Gebirgskette Sierra Nevada an Schneemassen erstickt.

Bei schweren Unwettern im Süden von Kalifornien sind mindestens elf Menschen ums Leben gekommen. Nach tagelangen schweren Regenfällen kam es in La Conchita, 113 Kilometer nordwestlich von Los Angeles, am Montag zu einem Erdrutsch, bei dem mindestens zwei Bewohner ums Leben kamen und neun verletzt worden. Bis zu zwölf Bewohner der Ortschaft galten als vermisst, wie die Feuerwehr mitteilte.

Der Hügel über der Ortschaft La Conchita konnte die Wassermassen nicht länger fassen und ergoss sich in einem gewaltigen Strom über 15 bis 20 Häuser der kleinen Gemeinde. Zahlreiche Bäume wurden mitgerissen. "Man hörte die Leute schreien, und alle liefen so schnell wie möglich, um da rauszukommen", sagte Kathleen Wood aus La Cochita. Die Behörden brachten rund 200 Menschen aus der akuten Gefahrenzone in Sicherheit. Unter den Verletzten ist ein 60-jähriger Mann, der drei Stunden in den Trümmern seines Hauses verschüttet war.

Den vierten Tag in Folge peitschte eine pazifische Sturmfront die Küste von Kalifornien. Die für ihr mildes Klima bekannte Region wurde zum Überschwemmungsgebiet. Allein in den San-Gabriel-Bergen nordöstlich von Los Angeles wurden seit Freitag 68,6 Zentimeter Regen registriert.

Die Sierra Nevada versinkt im Schnee

Ungewöhnlich schwere Winterstürme haben die Gebirgskette Sierra Nevada an der amerikanischen Westküste unter so viel Schnee begraben wie Einwohner seit Generationen nicht mehr gesehen haben. Fast sechs Meter Schnee fielen seit Ende des Jahres in Höhenlagen über 2000 Meter, berichteten Meteorologen am Montag. "So eine Fülle von Winterstürmen gab es zuletzt 1916", sagte der Sprecher des Nationalen Wetterdienstes, Tom Cylke. In anderen Teilen der USA starben mehrere Menschen an den Folgen von Unwettern. Der Flughafen von Reno musste zum zweiten Mal innerhalb einer Woche vorübergehend geschlossen werden, weil die Start- und Landbahnen bei dichtem Schneefall nicht mehr geräumt werden konnten. Flughafenschließungen gab es in der Region in den vergangenen 40 Jahren nur zwei Mal.

Zahlreiche Straßen wurden gesperrt. Rund 25 Autofahrer, die rund 30 Kilometer südlich von Reno in ihren Wagen festsaßen, mussten von Rettungskräften befreit werden. Bei Donner Summit sprang der Waggon eines Passagierzugs aus den Schienen. Niemand wurde verletzt. Die 220 Passagiere, die auf dem Weg nach Chicago waren, mussten über Nacht in den Waggons ausharren. Der Zug kehrte schließlich nach Sacramento zurück.

Im Wintersportgebiet am Tahoe-See türmten sich die Schneeberge bis zu drei Meter am Straßenrand auf. Schneepflüge waren rund um die Uhr im Einsatz. Pistenkontrolleure schlossen die Skigebiete aus Sorge vor Lawinen. Auf den Gipfeln wurden Windgeschwindigkeiten von mehr als 260 Kilometern in der Stunde gemessen.

AP/DPA / AP / DPA