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Svante Thunberg Vater von Greta Thunberg über Hass: "Ich weiß nicht, wie sie es schafft, damit so gut umzugehen"

Jahresrückblick 2019: Das Jahr der Greta Thunbergs – doch wie geht's weiter im Klimaschutz?
Im Gespräch mit dem britischen Sender BBC spricht Svante Thunberg, Vater der 16-jährigen Klimaaktivistin Greta Thunberg, über die Zeit vor dem Ruhm seiner Tochter. Und die Schattenseiten, die dieser mit sich bringt.

Im August 2018 protestierte Greta Thunberg noch allein mit einem Pappschild vor dem schwedischen Parlament. Seitdem schlossen sich Millionen Menschen ihrer Klimastreikbewegung an, die 16-Jährige war sogar für den Friedensnobelpreis im Gespräch. Laut ihrem Vater Svante Thunberg, 50, gehe es Greta zwar sehr gut. Aber er mache sich ab und zu auch Sorgen um seine Tochter, wie er dem britischen Sender BBC sagte.

Svante Thunberg: "Ich habe es nicht getan, um das Klima zu retten. Ich wollte meine Tochter retten"

So sei er gerade zu Beginn nicht sehr überzeugt von den Plänen seiner Tochter gewesen, sich auf radikale Art und Weise dem Klimaschutz zu verschreiben. Die Vorstellung davon, das eigene Kind für so eine bedeutende Sache als Aktivistin an vorderster Front zu sehen, habe ihn beunruhigt. Er sehe ja auch, welcher "Hass" seiner Tochter entgegenschlage. Sei es durch Menschen, die sich partout "nicht ändern wollen" oder durch "Fake News, all die Dinge, die Menschen versuchen über sie zu fabrizieren" und "der Hass, der dadurch generiert wird." Seine Tochter gehe mit der Kritik jedoch unaufgeregt um, so Thunberg. So habe sie sich schon vor ihrem ersten Schulstreik akribisch auf kritische Fragen von Journalisten und Klimaleugnern vorbereitet und Antworten auf die wichtigsten Punkte recherchiert. 

Seitdem die Schwedin streikt und sich schließlich an die Spitze der Klimabewegung gesetzt hat, habe sich ihr Wesen geändert. Greta sei aufgrund ihrer Aktionen nun eine "sehr glückliche" Jugendliche, beschreibt ihr Vater. Sie halte die Kritik "unfassbar gut" aus. "Zum Glück, ich weiß nicht, wie sie es macht. Sie lacht die meiste Zeit. Sie findet es urkomisch", sagte er der BBC.

Der 50-Jährige, der seine Tochter oftmals auf ihren Reisen begleitet, hofft, dass sich die Dinge in Zukunft "weniger intensiv" für seine Tochter und die Familie darstellen werden. Zwar glaubten viele, sie sei keine gewöhnliche 16-Jährige – etwa aufgrund ihres Asperger-Autismus' und ihres Ruhms – doch "für mich ist sie gerade jetzt erst ein normales Kind geworden – sie kann alles tun was andere Menschen auch tun können", so Thunberg. "Sie tanzt herum, sie lacht viel, wir haben viel Spaß – und ihr geht es sehr gut." 

Bevor Greta Thunberg mit den Schulstreiks begann, habe sie "drei oder vier Jahre" mit Depressionen zu kämpfen gehabt, aufgehört zu sprechen und zur Schule zu gehen. Der "ultimative Albtraum" sei gewesen, so Svante Thunberg weiter, als sie aufgehört habe zu essen. Um seiner Tochter zu helfen, habe er mehr Zeit mit ihr verbracht. Irgendwann hätten sie sich mit vermehrt mit dem Klimawandel beschäftigt. Das habe sie "verändert", durch ihren Aktivismus sei sie "sehr glücklich" geworden.

Svante Thunberg selbst habe seinen Lebensstil ebenfalls geändert, ernähre sich etwa vegan und begleitete seine Tochter etwa bei ihrer Atlantik-Überquerungen mit einer Segelyacht zum UN-Klimagipfel in New York. "Aber ich habe es nicht getan, um das Klima zu retten", so Svante Thunberg, "ich habe es getan, um mein Kind zu retten."

Quellen:BBC

fs

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