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Ameisenbär: Dieses Foto gewinnt einen Wildlife-Preis - doch der Fotograf hat wohl alle genarrt

Fotograf Marcio Cabral gewann mit seinem Ameisenbären bei Nacht 2017 eine Wildlife-Fotopreis. Doch offenbar hat er dabei betrogen. Nun wurde ihm der Award wieder weggenommen - trotz seines Protests.

Für dieses Foto gab es den Wildlife-Preis, der nun wieder aberkannt wurde

Für dieses Foto gab es den Wildlife-Preis, der nun wieder aberkannt wurde

Um am "Wildlife Photographer of the Year Award" teilzunehmen, dürfen die eingesendeten Fotos "nicht den Betrachter täuschen oder die Realität der Natur falsch darstellen", heißt es in den Regeln für den Preis. Doch genau das hat Marcio Cabral getan - zumindest nach Ansicht der Veranstalter, dem National History Museum in London. Kurzum wurde Cabral sein Sieg wieder aberkannt. 2017 hatte sein Ameisenbär bei Nacht in der Kategorie "Tiere in ihrer Umgebung" den begehrten Preis eingeheimst. Doch jetzt wirft man ihm Betrug vor.

Zunächst einmal zum Gewinner-Bild: Es zeigt einen Hügel im zentralen Savannenhochland von Brasilien im Bundesstaat Goiás bei Nacht. Darauf unzählige zur Biolumineszenz fähige Schnellkäfer, die neongrün leuchten. Was das Foto aber so besonders macht, ist der Ameisenbär, der den Hügel mit seinen Klauen attackiert. So zumindest schilderte es der Fotograf, doch das Museum hat eine andere Version parat.

"Hochwahrscheinlich" ein ausgestopfter Ameisenbär

Aufgrund von Beweismaterial, das ein Unbekannter dem Museum zur Verfügung gestellt habe, sei es "hochwahrscheinlich", dass es sich bei dem abgelichteten Ameisenbären um ein ausgestopftes Tier handle. Dazu veröffentlicht das Museum auch ein Bild des ausgestopften Tieres, das tatsächlich die selbe Pose wie der Ameisenbär auf dem preisgekrönten Foto zeigt. Die ausgestopfte Variante steht offen im Besucherzentrum des Nationalparks, in dem die Aufnahme entstand. Offenbar sind irgendjemandem dort die Ähnlichkeiten aufgefallen.

Fünf Experten hätten die beiden Fotos über rund drei Wochen unabhängig voneinander verglichen und seien allesamt zur selben Einschätzung gekommen, so die Pressemitteilung: Es handelt sich auf beiden Fotos um das selbe ausgestopfte Tier. Der Fotograf selbst bestreitet dies vehement, präsentiert einen Zeugen, der seine Version stützt. Doch die Veranstalter sind sich sicher genug, ihm seinen Preis zu entziehen.

Eine nachträgliche Neuvergabe des Awards in dieser nun vakanten Kategorie ist übrigens nicht mehr möglich, teilt das Museum mit. Die Auswahl erfolgt immer mit Bildern, bei denen die Jury nicht weiß, welcher Fotograf sie geschossen hat, um möglichst objektiv urteilen zu können. Die anderen 2017 nominierten Aufnahmen sind nun jedoch der Jury bekannt. Eine unvoreingenomme Wahl sei somit nicht mehr möglich.

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