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Wohnhausbrand in Ludwigshafen: Feuerwehr sucht nach weiteren Opfern

Neun Menschen sind bei der schlimmsten Feuerkatastrophe in Ludwigshafen nach dem Zweiten Weltkrieg ums Leben gekommen. Doch auch zwei Tage nach dem Unglück ist immer noch nicht klar, ob und wieviele Opfer es noch gibt, denn noch kann das Haus nicht betreten werden.

Nach dem verheerenden Hausbrand in Ludwigshafen mit neun Toten haben Rettungskräfte die Suche nach möglichen weiteren Opfern fortgesetzt. Sie arbeiteten mit Kranwagen und trugen Teile des verkohlten Dachgebälks des alten Mehrfamilienhauses ab, wie die Polizei mitteilte.

"Zum Glück sind bislang keine weiteren Opfer gefunden worden", sagte der Polizeisprecher Michael Lindner. Vermisst werde "wahrscheinlich" niemand mehr. Da beim Ausbruch des Feuers aber viele Besucher in dem vierstöckigen Gebäude gewesen seien, gebe es noch keine 100-prozentige Gewissheit. "Wir hoffen aber, dass wir nicht noch mehr Tote finden." Bei der schlimmsten Feuerkatastrophe in Ludwigshafen nach dem Zweiten Weltkrieg waren rund 60 Menschen verletzt worden.

Zahlreiche Helfer traumatisiert

Der Polizeisprecher bestätigte, dass zahlreiche Helfer seit dem Feuer traumatisiert seien. Fachleute wie etwa Seelsorger kümmerten sich um sie. Unter den neun Toten waren auch eine Schwangere und fünf Kinder.

Die Brandursache ist nach Angaben der Polizei weiterhin völlig unklar. Eine Sonderkommission mit 50 Beamten werde den Fall eingehend untersuchen, sagte Polizeisprecher Michael Lindner der Nachrichtenagentur AP. Auch am Dienstagmorgen war laut Lindner wegen der Einsturzgefahr der Brandruine noch unklar, wann die Ermittler das Gebäude betreten können. Die Feuerwehr setze jedoch einen Kran ein, um das Dach des Hauses abzutragen und ins Innere vorzustoßen. "Das kann Tage dauern", sagte ein Sprecher der Polizei.

Bewohner sprangen in Panik aus den Fenstern

Die Feuerwehr erklärte, das Feuer sei vermutlich im weitgehend aus Holz gefertigten Treppenhaus des Gebäudes ausgebrochen und habe sich von dort aus innerhalb weniger Minuten über das komplette Haus ausgebreitet. Nach Angaben von Ministerpräsident Kurt Beck gibt es keine Hinweise auf einen Anschlag. In dem von Türken bewohnten Altbau war am Sonntagabend das Feuer ausgebrochen, das sich über das Treppenhaus in wenigen Minuten bis zum Dach ausbreitete. Eltern und Kinder sprangen in Panik aus den Fenstern des Eckhauses.

DPA/AP/Reuters / AP / DPA / Reuters