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Wetter in Deutschland: Frühling, wo bist du hin?

Nach dem Kalender ist der Frühling zwar schon da, vielerorts ist davon allerdings nichts zu merken. Im Gegenteil: Der "März-Winter" bringt derzeit immer wieder Chaos auf die Straßen - Schnee und Hagel inklusive. Kalt und wechselhaft, sprich ungemütlich, soll es insgesamt erst einmal bleiben.

Schnee, Gewitter, Sturmböen: Der Frühling ist erst wenige Tage alt, aber das Wetter präsentiert sich von seiner schlechtesten Seite. Und eine Besserung ist nach Angaben der Meteorologen noch nicht in Sicht. Ein Tiefdruckgebiet jagt das nächste - nach "Herbert" kam am Dienstag "Ingolf". Für diesen Donnerstag ist schon das nächste Tief in Sicht - voraussichtlich wird es den Namen "Jens" bekommen. Für die Experten ist das alles nicht ungewöhnlich. "Das gehört zu unserem Wetter-Repertoire dazu", sagt Meteorologe Thomas Ruppert vom Deutschen Wetterdienst (DWD).

"Pessimisten sprechen von einem März-Winter, Optimisten nennen es April-Wetter", meint Ruppert. Der April habe zumindest zwischendurch häufig auch seine sonnigen Seiten mit wärmeren Temperaturen. Doch davon kann auch in den nächsten Tagen nach allen Vorhersagen keine Rede sein.

Zwei Tote auf glatten Straßen

Am Dienstagmorgen mussten Autofahrer in weiten Teilen Deutschlands mit Schneeregen-, Schnee- oder Graupelschauern und mit vereisten Scheiben kämpfen. Besonders betroffen waren Norddeutschland, Baden-Württemberg und Sachsen. Auf glatten Straßen gab es überall zahlreiche Unfälle. In Nordrhein-Westfalen wurde ein Mensch getötet, drei weitere Menschen wurden verletzt. Auch in der Nähe des hessischen Marburg kam ein 18-jähriger Autofahrer bei einem Glätteunfall um. In Thüringen wurde Wirtschaftsminister Jürgen Reinholz (CDU) bei einem Unfall bereits am Montagabend leicht verletzt. Bei starkem Schneefall habe ein Windböe sein Fahrzeug auf der Autobahn bei Nordhausen erfasst, teilte ein Ministeriumssprecher am Dienstag mit. Der Minister werde am Mittwoch wieder am Schreibtisch sitzen können.

In Mecklenburg-Vorpommern wurden drei Menschen bei einer Serie von Lastwagen-Unfällen schwer verletzt. In Schleswig-Holstein musste die Polizei zu mehr als 50 Glätte-Unfällen ausrücken. Dabei wurden nach Angaben der Leitstellen ein Dutzend Menschen verletzt. Meist endeten die Karambolagen jedoch glimpflich. In Hamburg kamen Linienbusse ins Rutschen, ein Fahrgast wurde verletzt.

Starke Schneefälle verwandelten weite Teile Südbayerns wieder in Winterlandschaften. Der meiste Schnee fiel nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes im Allgäu. So wurden in Oberstdorf in den niederen Lagen 22 Zentimeter Neuschnee gemessen, im Skigebiet am Nebelhorn (2224 Meter) waren es 40 Zentimeter. Lastwagen steckten auf den schneeglatten Straßen fest. Im Oberharz habe der Neuschnee zu mehreren leichten Unfällen geführt, sagte ein Polizeisprecher.

In Berlin registrierte der Wetterdienst meteomedia das erste Gewitter seit gut vier Monaten. Wenige Stunden vorher kam noch die Sonne zum Vorschein, bevor am frühen Nachmittag Schneeflocken durch die Luft wirbelten.

DPA / DPA