HOME

"Treibhaus Erde": Klimawandel: Forscher warnen vor drohender "Heißzeit"

In der Zukunft müssen wir uns wohlmöglich auf deutlich heißere Tage einstellen: Einer Studie zufolge droht das Erdklima in eine "Heißzeit" zu kippen. Die Durchschnittstemperatur würde dann um mehrere Grad Celcius ansteigen. 

Heißzeit droht: Ausgetrocknetes Flussbett in Brandenburg

Das Flussbett der Schwarzen Elster in Brandenburg ist schon jetzt teilweise ausgetrocknet. Kommt es zu einer Heißzeit, würde dieses Schicksal zahlreiche weitere Gewässer treffen

DPA

Die Erde wird vier bis fünf Grad Celcius wärmer als vor Beginn der Industrialisierung - mit einem solchen Szenario warnen Forscher vor einer "Heißzeit" auf der Erde. Dies könnte selbst im Fall eines Einhaltens des Pariser Klimaabkommens eintreten, heißt es in einer am Montag im US-Fachblatt "Proceedings of the National Academy of Scienes" (PNAS) veröffentlichten Studie. Derzeit ist der Planet im Durchschnitt bereits gut ein Grad wärmer als in vorindustriellen Zeiten. 

Die Wissenschaftler verweisen in ihrer Studie auf zehn Aspekte des "Erdsystems", die von bislang "neutral" oder "hilfreich" zu künftig "schädlich" kippen könnten. Dabei würden künftig mehr CO2 und Methan in die Atmosphäre abgegeben werden als durch jegliche menschliche Aktivität zusammengenommen.

Erde steuert auf "Treibhaus"-Klima zu

Wie die Forscher weiter schreiben, wäre der Ausstoß erderwärmender Gase ab einem bestimmten "Kipppunkt" bezüglich der Temperatur unumkehrbar. "Der Rückkopplungsprozess würde sich beim Überschreiten eines kritischen Punkts selbst verstetigen", warnen die Forscher. "Das Erdsystem könnte auf einen planetarischen Grenzwert zusteuern, ab dem ein anhaltend schneller Weg hin zu viel heißeren Bedingungen eingeschlagen würde - dem Treibhaus Erde", heißt es in der Studie.

Zu den Faktoren, die diese Entwicklung vorantreiben, zählen den Angaben zufolge unter anderem die auftauenden Permafrostböden in Russland, Kanada und Nordeuropa, die Eisschmelze in der Antarktis und das Regenwaldsterben. Alle diese Prozesse seien miteinander verbunden und der Zusammenbruch des einen könne den eines anderen auslösen.

fri / AFP
Themen in diesem Artikel