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Frankreich Wiederaufbau von Notre-Dame: erste Eichen ausgewählt

Ein Schild mit der Aufschrift "Baum Nummer 1" an eine Eiche genagelt, die für die Rekonstruktion von Notre Dame verwendet wird
Die erste Eiche für den Wiederaufbau wurde in einer Zeremonie am Freitag markiert
© Thomas Coex / AFP
Diese Bäume gehen in die Geschichte ein: In Frankreich wurden die ersten acht Eichen ausgewählt, mit denen der beim Brand 2019 zerstörte Turm und das Dach von Notre-Dame wiederaufgebaut werden soll.

Sie sollen die Basis für den beim historischen Brand zerstörten Turm und das Dach von Notre-Dame vor fast zwei Jahren stellen: Acht schlanke, hohe Eichen wurden im Rahmen einer Zeremonie für den geplanten Wiederaufbau der Pariser Kathedrale ausgewählt. Um das Wahrzeichen exakt nachzubilden, müssen der "Times" zufolge rund 2000 Eichen im ganzen Land gefällt werden.

Bäume sind 200 bis 300 Jahre alt

Bei der offiziellen Markierung des ersten Baums am Freitag sei unter anderem Kulturministerin Roselyne Bachelot dabei gewesen. Gefunden worden seien sie im ehemals königlichen Wald Bercé, circa 200 Kilometer von Paris entfernt. Der "Times" zufolge war der Wald im 17. Jahrhundert gepflanzt worden, um Holz für französische Marineschiffe zu liefern. Weil die ersten Bäume später die Basis für den 96 Meter hohen Kirchturm bilden sollen, hätten sie besonders strenge Kriterien erfüllen müssen. Demnach müssten sie über einen Durchmesser von einem Meter, einen 20 Meter langen Stamm und eine leichte Krümmung am Ende verfügen. Die ausgesuchten Bäume seien 200 bis 300 Jahre alt. Die Methode der Forstarbeiter bestünde darin, die Eicheln gleichzeitig zu pflanzen und später schwächere Bäume zu entfernen. "Das sind die Wälder, von denen die Menschen immer träumen, aber sie sind überhaupt nicht natürlich. Sie sind von der Hand des Menschen gezeichnet", erklärte Bertrand Servois, Vorsitzender der französischen Union der Forstgenossenschaften, laut "Times".

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Bäume aus ganz Frankreich

Die erste Hälfte der rund 2000 benötigten Eichen sollen noch im März gefällt und für die Turmspitze und die angrenzenden Querschiffe verwendet werden. Die Eichen würden in ein Sägewerk gebracht, wo sie 19 Monate lang getrocknet würden, bevor Zimmerleute sie bearbeiteten. Präsident Emmanuel Macron hatte verfügt, dass das Wahrzeichen bis zu den Olympischen Spielen in Paris 2024 exakt wiederaufgebaut sein soll. Als Zeichen der nationalen Einheit sei jede Region des Landes dazu angehalten, einige Bäume beizusteuern. So soll die eine Hälfte der Bäume von staatlichem Land, die andere Hälfte von privaten Spendern kommen.

Quellen: "The Times"; "France 24"; "Radio France Internationale"

yks

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