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Winter in Deutschland Stoppt der Schnee den Weihnachtsmann?


Gibt es dieses Jahr eine weiße Weihnacht? Kommt die Post durch den Schnee rechtzeitig an? Bleibt die Bahn wieder liegen? stern.de verrät, wie Sie trotz weißer Massen Heiligabend überstehen.
Von Gerd Blank

Die gute Nachricht vorweg: Die Chance auf eine weiße Weihnacht ist sehr groß, denn am Wochenende soll es in weiten Teilen Deutschlands noch einmal kräftig schneien. Doch nicht für jeden ist die weiße Pracht ein Vergnügen. stern.de erklärt, was in den nächsten Tagen auf Sie zukommt.

Auch für den Deutschen Wetterdienst (DWD) war der heftige Schneefall der vergangenen Tage überraschend. Zwar kam es seit Beginn der Wetteraufzeichnungen immer wieder einmal vor Weihnachten zu starken Schneefällen, doch so viel Schnee wie in diesem Jahr lag selten. Gera vermeldet mit 55 Zentimetern Neuschnee sogar einen Rekord. Dorothea Paetzold vom DWD gibt keine Entwarnung: Am Wochenende soll es in ganz Deutschland erneut schneien - wenn auch deutlich weniger. Doch mehr als drei Tage können auch die Profis nicht genau vorhersagen. Aber die Tendenz spricht für eine weiße Weihnacht. Schnee wirkt wie ein Kälteakku. Je mehr auf den Straßen liegt, desto länger hält er sich - auch bei leicht steigenden Temperaturen.

Fällt die Bescherung aus?

Die wichtigste Frage für viele dürfte daher lauten: Kommen die per Post verschickten Geschenke rechtzeitig zur Bescherung an? "Natürlich sind wir von den aktuellen Wetterverhältnissen auch betroffen", sagt ein Postsprecher. Er gehe aber davon aus, dass Pakete, die bis zum 22. Dezember mittags in Auftrag gegeben werden, pünktlich bis Heiligabend ausgeliefert werden. Er verwies zudem darauf, dass am kommenden Sonntag bundesweit Lieferungen zugestellt werden.

Ungeräumte Straßen und Massenstaus auf den Autobahnen machen zudem den Speditionsunternehmen schwer zu schaffen. Die Lager der Spediteure füllten sich, weil es immer schwieriger werde, Transportkapazitäten zu bekommen, teilte der Deutsche Speditions- und Logistikverband mit. Daher komme es zu Verspätungen und Unregelmäßigkeiten. "Wir müssen unsere Auftraggeber um Verständnis für diese besondere Situation bitten. Deutsche Spediteure sind zwar Logistikweltmeister, können aber am Wetter leider wenig ändern", sagte Verbandspräsident Mathias Krage. Er kritisierte, dass vielerorts Straßen überhaupt nicht oder nicht rechtzeitig geräumt werden und schon zu Beginn des Winters Räumgerät und Streumittel knapp sind. Gerade aufgrund der Erfahrungen des vergangenen Winters hätte er sich mehr Weitsicht bei den Städten und Gemeinden gewünscht.

Verreisen per Flugzeug

Es gibt nicht wenige, die zur Weihnachtszeit verreisen. Die Reisewelle startet an diesem Wochenende, bis dahin sollte der Flugbetrieb in Deutschland wieder ohne große Verzögerung laufen. Seit Donnerstag wurden alleine am Flughafen Frankfurt über 300 Flüge gestrichen. Die Lufthansa ist noch immer damit beschäftigt, den Rückstau abzuarbeiten. Ein Sprecher geht allerdings davon aus, dass bis Freitagabend wieder Normalbetrieb herrscht. Er baut darauf, dass weitere Schneefälle den Flugverkehr nicht behindern. Für die wichtigsten deutschen Flughäfen Frankfurt und München sieht die Prognose gut aus. Für alle Reisenden, die dennoch von Verspätungen oder gar Ausfällen betroffen sind, bietet die Lufthansa die Möglichkeit an, Flug- gegen Bahntickets umzutauschen.

Verreisen per Bahn

Aber fährt die Bahn nach Plan? Auch das Gleisnetz der Deutschen Bahn ist äußerst wetterfühlig, was zu Beeinträchtigungen führen kann, im schlimmsten Fall zu Ausfällen. Das Tief "Petra" hat auch für Störungen im Bahnbetrieb gesorgt. Am stärksten war der Südosten Deutschlands betroffen. Noch immer läuft es nicht überall nach Plan: Die Höchstgeschwindigkeit der Züge wurde auf 200 Stundenkilometer herabgesetzt, wodurch es zwangsläufig zu Verspätungen kommt. Ein Sprecher nennt es "unseriös", eine Prognose für Weihnachten abzugeben, gibt aber Tipps, um möglichst sicher und pünktlich per Bahn zu reisen. Der Hauptreisetag ist laut Bahnsprecher der 23. Dezember. Zusätzliche Züge sollen die Situation entschärfen. Dennoch rät die Bahn dazu, Sitzplätze zu reservieren, bei Bedarf Alternativstrecken zu buchen oder im schlechtesten Fall an Ausweichterminen zu reisen.

mit DPA

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