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Winterwetter: Das Bibbern nimmt keine Ende

Mütze und Handschuhe bleiben weiter im Einsatz, vor allem im Norden hält sich das eisige Wetter. Frostige Kälte und neue Schneefälle geben dem Frühling keine Chance.

Kurz vor Frühlingsbeginn will der Winter immer noch nicht weichen. Nach den Vorhersagen der Meteorologen kommt zu der Dauerkälte auch wieder Schneefall hinzu. Im Norden bleibt es frostig. Mit einem frischen Nordostwind nimmt das Kältegefühl noch zu. Trotz strahlenden Sonnenscheins in Hamburg und weiten Teilen Schleswig-Holsteins müssen sich die Menschen bei winterlichen Temperaturen zwischen minus eins und plus zwei Grad weiterhin warm anziehen. In den nächsten Tagen soll es aber zumindest nachts mit Werten kaum unter dem Gefrierpunkt etwas angenehmer werden.

Auf den Straßen im Norden führte die eisige Kälte nur vereinzelt zu Behinderungen. Die Polizei in beiden Bundesländern registrierte nicht mehr Unfälle als gewöhnlich. Der Winterdienst der Hamburger Stadtreinigung war am Morgen nur noch vereinzelt unterwegs. "Wir kontrollieren vor allem Brücken", sagte ein Sprecher, aber auch Gehwege wurden gestreut.

Eisbahn geschlossen, weil Saison zu Ende

Eis und Schnee brachte zahlreiche Menschen zu Fall, die auf spiegelglatten Plätzen und Fußwegen ins Rutschen kamen. Aber auch von oben droht Gefahr. Die Feuerwehr rückte seit Montag mehr als 100 Mal aus, um Eiszapfen und Schneeüberhänge von Gebäudedächern zu entfernen, teilte ein Sprecher mit.

Die Eiseskälte macht nicht zuletzt den Obdachlosen zu schaffen. Wie in jedem Jahr können sie jedoch im Rahmen eines Winternotprogramms Unterkunft finden. Bei anhaltender Kälte werde das Programm bis in den April hinein verlängert, sagte ein Sprecher der Sozialbehörde.

Winterfans in Hamburg müssen trotz anhaltender Kälte auf ein besonderes Vergnügen verzichten. Obwohl vom Frühling weiter nichts zu spüren ist, hat die Eisbahn in Planten un Blomen ihre Pforten termingemäß dicht gemacht. Auf die Schlittschuhbahn ist die Saison vorüber.

Warme Temperaturen in Kanada

Während in Deutschland weiterhin Rekordkälte, Eis und Schnee das Leben bestimmen, herrschen in Kanada frühlingshafte Temperaturen: Zwischen Dezember und Februar wurde die wärmste Winterperiode seit Aufzeichnung der Temperaturen 1948 gemessen, berichteten kanadische Medien. Im Durchschnitt lagen die Werte 3,9 Grad über den üblichen Temperaturen. Besonders mild zeigte sich der Winter in der Provinz Alberta und im Nordwesten. Dort war es sechs bis acht Grad wärmer als sonst um diese Jahreszeit.

"Statistisch gesehen passiert das nur alle 100 Jahre einmal", sagte der kanadische Klimaforscher Bob Whitewood der Zeitung "Globe and Mail" am Dienstag. Normalerweise hat Kanada mit eisigen Temperaturen von minus 30 bis minus 40 Grad zu kämpfen, in diesem Winter gab es jedoch nur wenige von diesen Frosttagen. Auch der Schneefall, oft bis zu drei Meter, erreichte dieses Mal nur einen Meter Höhe.

DPA / DPA