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Winterwetter: Ostdeutschland vom Schnee verweht

Von wegen einig Vaterland: Vor allem die ostdeutschen Länder haben noch mit Schneemassen zu kämpfen. In Zwickau fiel der Strom aus, in Thüringen und Sachsen hat die Bahn Probleme. Die Flughäfen sind bundesweit wieder voll in Betrieb.

Gerecht ist das nicht: Während sich in Westdeutschland der Verkehr auf Straße, Schiene und in der Luft weitgehend stabilisert hat, kämpfen die ostdeutschen Länder am ersten Weihnachtsfeiertag mit neuen Schneemassen. .An der Küste Mecklenburg-Vorpommerns waren zahlreiche Straßen unpassierbar, der Bahnverkehr auf Rügen kam gar nicht in Gang. In Sachsen und Thüringen blieben einige Züge in Schneewehen stecken. Bundesweit kam es auf den Straßen zu einigen Karambolagen. Unterm Strich jedoch blieb die Situation vergleichsweise entspannt - weil die meisten Menschen einfach zuhause blieben.

Normalbetrieb in der Luft

Auf den Flughäfen herrschte weitgehend Normalbetrieb. Es können wegen der nötigen Enteisung der Maschinen zu kleineren Verspätungen kommen, hieß es lediglich. Ein Sprecher am Frankfurter Flughafen sagte, es habe bis zum Mittag zwar 40 wetterbedingte Flugausfälle gegeben, aber die Lage sei ruhig. Die Bahnen seien alle frei. Planmäßig sollten am Samstag 860 Maschinen starten. Im sächsischen Zwickau fiel in rund 5000 Haushalten die Heizung aus, Grund waren technische Probleme im Heizwerk. Noch ist nicht absehbar, wann die Menschen wieder mit warmen Wohnzimmern rechnen können. Wer sein kaltes Gemäuer verließ, kam auch nicht viel weiter: In Zwickau fuhren keine Straßenbahnen mehr - genau wie in Leipzig, Erfurt, Magdeburg und Halle (Saale).

Sorge ums "heilig Blechle"

Auf den Autobahnen und Landstraßen kam es deutschlandweit zu hunderten Glätteunfällen, die aber meist nur Blechschäden zur Folge hatten. "Die Leute sind richtig weihnachtslieb", sagte ein Sprecher der Polizei im hessischen Offenbach. Beim Verkehrswarndienst in Baden-Württemberg hieß es: "Die Leute sind alle vernünftig, fahren moderat und passen auf ihr heilig's Blechle auf."

Auch in den nächsten Tagen bleibt es kalt - es wird aber weniger schneien, berichtete der Deutsche Wetterdienst (DWD) in Offenbach. In der Nacht zum Montag kann das Thermometer schon mal minus 20 Grad anzeigen.

So mancher mag sich da nach dem Süden sehnen: Griechenland und Bulgarien meldeten am Samstag frühlingshafte Temperaturen. Im Westen Kretas wurden Heiligabend im Ferienort Falassarna 27,9 Grad Celsius gemessen, in Athen stieg die Temperatur am ersten Weihnachtstag schon um neun Uhr morgens auf 18 Grad. Grund für die Wärme sind südliche Winde, die seit Tagen warme Luft aus der Sahara bringen, sagten Meteorologen im staatlichen Rundfunk.

tkr/DPA / DPA