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Brandenburg: Polen sind sauer, dass "unser Wisent" in Deutschland erschossen wurde

Der Wisent-Abschuss in Ostbrandenburg sorgt für immer mehr Aufsehen. Die Polen reagieren verärgert. Das Brandenburger Umweltministerium fürchtet politische Folgen.

Nach dem ersten Weltkrieg war der Wisent in Europa ausgerottet. In Deutschland wurde der letzte Wisent schon im 18. Jahrhundert erschossen. 

Nach dem ersten Weltkrieg war der Wisent in Europa ausgerottet. In Deutschland wurde der letzte Wisent schon im 18. Jahrhundert erschossen. 

Der Abschuss eines Wisent in Lebus in Ostbrandenburg schlägt weiter Wellen. Das Tier war aus Polen über die Grenze gewandert und in seinem Heimatland ist man nicht sehr erfreut darüber, wie es dem Wisent in Deutschland ergangen ist. Dort ist der Wisent neben dem Adler ein Nationalsymbol und gilt als nicht aggressiv. Der abgeschossene Wisent wurde schon öfters in Wohnsiedlungen gesichtet, wie die polnische Tageszeitung "Dziennik" berichtet. In Sozialen-Medien bekam der Wisent daraufhin den Spitznamen "Unser Wisent". 

Auch der polnische Vizepräsident Joachim Brudzinski hat sich in die Diskussion eingeschaltet.

 "Der Bursche wollte in Deutschland ein Weibchen suchen, aber die Deutschen haben ihn einfach erschossen. Vielleicht werden sich außer den deutschen Umweltschützern auch die Feministinnen zu Wort melden?"

Darunter häufen sich politisch bedenkliche Kommentare wie "Fazit? Außerhalb von Polen ist es nicht sicher!" oder "Wenn sie doch auch mit islamischen Terroristen so schnell handeln würden." Ein anderer Nutzer schreibt,   hätte den Wisent erschossen, aber mit den Flüchtlingen würden sie nicht fertig werden. 

Wisent in Ostbrandenburg erschossen

Das Tier war am Mittwoch auf einem Deich gesichtet worden. Die hinzugerufene Polizei hatte dann gemeinsam mit dem zuständigen Ordnungsamtsleiter bei Einbruch der Dunkelheit beschlossen, das Tier zum Schutz der Bevölkerung zu erlegen. Zwei Jagdpächter hatten den Wisent der Polizei zufolge dann getötet. 

Das Umweltministerium in Potsdam zeigte sich "entsetzt und empört", vom WWF gab es schwere Vorwürfe nach dem Abschuss der geschützten Art. Nun regt sich auch in Polen scharfe Kritik an dem Vorgehen. Wie ein Sprecher des Umweltministeriums gegenüber rbb deutlich machte, stehen die zuständigen Umweltverbände in   und Deutschland in engem Kontakt. Dabei sei schnell eine politische Ebene erreicht.

Das Amt Lebus verteidigt sich derweil gegen die Kritik. Der zuständige Landrat Gernot Schmidt sagte dem rbb: "Dass da mal eine Fehlentscheidung fällt ist auch mal möglich. Aber dass alle in bösartiger Absicht gehandelt haben, wie behauptet wird, weise ich zurück." Wie der rbb weiter berichtet ist das Tier nach dem Abschuss zerlegt worden und soll demnächst im Heimatmuseum in Lebus ausgestellt werden.

 

anda