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"Discovery": "Das sind, naja, gute Nachrichten"

Aufatmen im All: Der von der Nasa und der "Discovery"-Besatzung befürchtete vierte Reparatur-Ausstieg ist nicht nötig. Eine wackelige Abdeckung werde die Rückkehr nicht gefährden, heißt es.

Die US-Raumfahrtbehörde Nasa hat am Donnerstag einen vierten Einsatz der Besatzung der Raumfähre "Discovery" im All ausgeschlossen. "Wir haben gute Neuigkeiten", sagte Nasa-Astronautin Julie Payette von der Bodenstation der Besatzung. "Wir sind zu dem Schluss gekommen, dass die Abdeckung unterhalb der Luke der Kommandantin sicher für eine Heimkehr ist." Damit sei keine Reparatur außerhalb der Raumfähre notwendig. Die Reaktion des japanischen "Discovery"-Raumfahrers Soichi Noguchi fiel gedämpft aus. "Das sind... na ja... ich würde sagen, gute Neuigkeiten."

Die Nasa hatte zuvor geprüft, ob die entdeckten neuen Schäden beim Wiedereintritt der Raumfähre in die Erdatmosphäre zu einer Gefahr werden können. Am Mittwoch hatte "Discovery"-Astronaut Steve Robinson erstmals in der Geschichte der US-Raumfahrt im All Reparaturarbeiten am Hitzeschutzschild ausgeführt. Bei dem erfolgreichen Einsatz hatte er mehrere Fugenfüller zwischen den Hitzekacheln an der Unterseite des Shuttles entfernt. Die Nasa befürchtete, die Unebenheiten könnten die Aerodynamik der Raumfähre stören und zu einer stärkeren Aufheizung des Schutzschildes beim Wiedereintritt in die Erdatmosphäre führen.

Probleme am Hitzeschild hatten 2003 zum Absturz der Raumfähre "Columbia" geführt, bei dem alle sieben Astronauten getötet worden waren. Die Nasa hat angekündigt, keine Shuttle-Flüge mehr ins All zu starten, solange die Probleme mit der Ablösung von Teilen des Hitzeschildes beim Start nicht gelöst sind. Die "Discovery"-Crew und die ISS-Besatzung gedachten am Donnerstag der Opfer der Columbia-Katastrophe und aller Astronauten, die bei Unfällen ums Leben gekommen sind.

US-Präsident George W. Bush äußerte sich unterdessen begeistert von den Reparaturarbeiten der "Discovery"-Besatzung. "Ich weiß, dass die Leiter des Einsatzes die richtige Entscheidung über das weitere Vorgehen treffen werden. In unserem Land ist die Sicherheit unserer Bürger etwas wert, insbesondere die derjenigen, denen wir Risiken im Weltall abverlangen."

Reuters / Reuters
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