"Genesis"-Mission "Wir sind überrascht"


Glück im Unglück für die Wissenschaftler der Nasa: Die wertvolle Sonnenstaub-Fracht der abgestürzten Weltraum-Sonde "Genesis" ist weitestgehend unbeschädigt.

Bei dem Absturz der "Genesis"-Kapsel ist weniger der wertvollen Sonnenstaub-Fracht an Bord zerstört worden als befürchtet. Zwar wurde der Kanister mit den Kollektoren, die im All mehr als zwei Jahre lang Sonnenstaub einfing, schwer beschädigt, sagte der mit der Untersuchung beauftragte Physiker Roger Wiens. Doch seien einige der dünnen Scheiben, auf denen die Partikel eingefangen worden waren, trotz des Aufpralls in der Wüste des US-Bundesstaates Utah intakt geblieben.

"Wir sind überrascht, dass wir überhaupt etwas haben", sagte Don Sevilla vom Jet Propulsion Laboratory der Weltraumbehörde NASA, der die Untersuchung leitet. Die Forscher hatten den Inhalt zunächst mit Taschenlampen und Spiegeln untersucht. "Wir sollten die meisten, wenn nicht sogar alle wissenschaftlichen Untersuchungen, die wir geplant hatten, durchführen können", meinte Wiens.

Verschmutzung der Kollektoren befürchtet

Größte Sorge der Wissenschaftler ist die Verschmutzung der Kollektoren, weil der Kanister bei dem Aufprall aufgesprungen war. Die Sonnenwindpartikel - Milliarden Atome, die zusammen nur so viel wie ein paar Salzkörner wiegen - sollten eigentlich sofort nach Rückkehr zur Erde in einem hermetisch abgeriegelten, sauberen Labor untersucht werden. Die Kapsel war bei dem Aufprall in der Wüste von Utah schwer beschädigt worden. Der Kanister im Inneren, der die Kollektoren mit dem Sonnenstaub enthält, war aufgesprungen.

Die Kapsel war am Mittwoch zur Erde zurückgekehrt. Sie raste aber ungebremst zu Boden, weil sich Fallschirme nicht wie vorgesehen öffneten. Die NASA, die die "Genesis"-Sonde vor drei Jahren ins All schoss, befürchtete zunächst, dass das 260 Millionen Dollar (214 Millionen Euro) teure Projekt gescheitert sein könnte. "Genesis" hatte auf ihrer dreijährigen Reise in einer Entfernung von über 1,6 Millionen Kilometern von der Erde Sonnenpartikel eingefangen. Die Wissenschaftler erhoffen sich Aufschluss über die Entstehung des Sonnensystems vor fünf Milliarden Jahren.

DPA DPA

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