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"Stardust"-Kapsel geöffnet: Tausende sollen Sternenstaub suchen

Jubel bei der Nasa: Der von der Sonde "Stardust" gesammelte Kometenstaub ist in exzellentem Zustand. Bei der Suche nach Staubteilchen in der Auffangmasse ist man auf die Hilfe der Internet-User angewiesen - Findern winkt eine besondere Belohnung.

Experten in der Bodenzentrale in Houston haben den Behälter mit der kostbaren Fracht geöffnet, die am Sonntag an Bord der "Stardust"-Landekapsel auf der Erde eingetroffen war. Wie Nasa-Sprecher Bill Jeffs sagte, sind manche der Staubpartikel so groß, dass man sie mit bloßen Auge erkennen kann. "Unsere Begeisterung kennt keine Grenzen", sagte Jeffs. "Wir sind total glücklich."

Die Sonde hatte die Teilchen vor zwei Jahren bei ihrem Vorbeiflug am Kometen Wild 2 aus dessen Staub- und Gasschleier aufgesammelt. Der Kometenstaub enthält nach Angaben der Nasa-Forscher die 4,5 Milliarden Jahre alten Grundbausteine unseres Sonnensystems. Damit sind die Partikel älter als Sonne und Erde.

Die im US-Staat Utah gelandete und nur leicht beschädigte Kapsel mit dem Staubbehälter war am Dienstag unter strengen Sicherheitsvorkehrungen an Bord einer Militärmaschine nach Houston gebracht worden. Wie Jeffs schilderte, sollen die in einer wackelpuddingartigen Auffangsubstanz eingebetteten Kometenpartikel so bald wie möglich herausgelöst und dann zur Analyse an 180 Wissenschaftler in aller Welt verschickt werden.

Freiwillige schauen durchs Mikroskop

Während die Kometenpartikel recht leicht in der Glibbermasse aufzuspüren sind, wird die Suche nach interstellaren Staubteilchen ein echtes Geduldsspiel. Wahrscheinlich sind nur rund 40 der nur Mikrometer großen interstellaren Staubkörner zu finden. Freiwillige sollen deshalb mit Hilfe eines virtuellen Mikroskops im Internet nach Partikeln in der Auffangmasse suchen, die nicht mit bloßem Auge sichtbar sind.

Das Prinzip ähnelt dem Projekt Seti@Home, bei dem die Berkeley University mit Hilfe tausender privater Internetuser Radioteleskop-Daten auf Hinweise auf außerirdisches Leben untersucht. Anders als bei Seti@home können die freiwilligen Helfer aber nicht den Computer für sich arbeiten lassen, sondern müssen selbst durchs virtuelle Mikroskop schauen und die Teilchen identifizieren.

Name für ein Staubteilchen

Der Beginn des Programms Stardust@Home ist für Mitte März geplant. Die Teilnehmer müssen sich zunächst in einer Probesuche bewähren, wie Nasa-Vertreter bei einem Treffen der Amerikanischen Astronomischen Gesellschaft in Washington mitteilten. Eine Anmeldung für Stardust@Home ist auf der Website http://stardustathome.ssl.berkeley.edu/ möglich.

Den Wissenschaftlern zufolge ist davon auszugehen, dass die Staubteilchen im Aerogel, der Auffangsubstanz, eine karottenförmige Spur hinterlassen haben. Wer fündig wird, erhält eine besondere Belohnung: Er kann dem entdeckten Staubteilchen einen Namen geben.

DPA/aun / DPA
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