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Astronomie-Entdeckung: Eis bedeckt Asteroiden "24 Themis"

Stammt das Wasser in den Erd-Ozeanen von frühen Asteroiden und Kometen? Viele Forscher nehmen das an. Nun machten sie eine Entdeckung, die diese These stützt: Sie wiesen auf dem Asteroiden "24 Themis" Wassereis nach.

Eine dünne Eisschicht überzieht die Oberfläche von "24 Themis". Zwei Astronomenteams haben das gefrorene Wasser unabhängig voneinander nachgewiesen, wie sie im Fachmagazin "Nature" berichten. Sie hatten den Asteroiden durch das Infrarot-Teleskop der US-Raumfahrtbehörde Nasa auf dem rund 4200 Meter hohen Mauna-Kea-Vulkan auf Hawaii beobachtet. Die Forscher Andrew Rivkin und Joshua Emery sowie das internationale Team um Humberto Campins untersuchten die Oberfläche des Asteroiden mit Hilfe des reflektierten Sonnenlichts. Dass auf dem Brocken, der wie mehr als 400.000 andere Objekte auch zwischen Mars und Jupiter kreist, tatsächlich Eis zu finden ist, versetzt Planetenforscher in Begeisterung.

Denn Eis auf Asteroiden hat mehr mit der Erde zu tun, als man im ersten Moment denken könnte. Viele Forscher gehen davon aus, dass das Wasser in den Ozeanen der Erde irgendwann von außen gekommen sein muss - etwa von Asteroiden oder Kometen. Aber dass es auf Asteroiden Wasser gibt, konnten sie nicht nachweisen, bis die Eisschicht auf "24 Themis" gesichtet wurde.

Warum ist das Eis noch da?

Die große Ausbreitung des Eises überrascht die Forscher. Denn sie können nicht erklären, wieso "24 Themis" von so viel Eis bedeckt ist. Eigentlich sollte es sich innerhalb des Asteroidengürtels bei Temperaturen zwischen minus 70 und minus 120 Grad Celsius innerhalb weniger Jahre direkt in Wasserdampf umgewandelt haben. Doch der Asteroid ist Milliarden von Jahren alt. Weshalb das Eis dennoch vorhanden ist, müssen die Astronomen nur ergründen.

Astrophysiker Henry Hsieh vergleicht den vereisten Asteroiden in einem begleitenden Artikel in "Nature" mit einem Quastenflosser. "Wir Astronomen betreiben in diesem Bereich im Prinzip kosmische Paläontologie: Wir studieren Überreste - Asteroiden und Kometen - aus früheren Zeiten und hoffen, so ein Bild davon zu gewinnen, wie das Sonnensystem vor Millionen von Jahren aussah. In Themis haben Forscher jetzt das astronomische Gegenstück zum Quastenflosser entdeckt - einem prähistorischen Fisch, der als ausgestorben galt, bis er 1938 aus dem Meer gefischt wurde und seinen Weg in die Hände eines Museumskurators fand." Wie der Fisch würde auch der Asteroid einen lebendigen Einblick in frühere Zeiten gewähren.

bub
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