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Außer Kontrolle: US-Satellit vor dem Absturz

Ein amerikanischer Spionage-Satellit von der Größe eines Kleinbusses ist im Weltraum außer Kontrolle geraten. Der Flugkörper enthält wahrscheinlich gefährliches Material. Es ist nicht klar, wann er abstürzen wird und wo die Trümmer landen.

Voraussichtlich Ende Februar oder Anfang März wird ein US-Satellit unkontrolliert auf die Erde stürzen. Wie am Wochenende aus US-Regierungskreisen verlautete, könnte er gefährliches Material enthalten. Es sei aber noch nicht klar, wo der künstliche Himmelskörper auf der Erde auftreffen werde. Nach Information der "New York Times" wurde der Satellit im Dezember 2006 in die Erdumlaufbahn befördert. Der Satellit soll rund neun Tonnen wiegen und die Größe eines Kleinbusses haben.

Der Satellit habe keine Energie und keinen Antrieb mehr. Die zuständigen Regierungsbehörden beobachteten die Lage, sagte Gordon Johndroe, der Sprecher des Nationalen Sicherheitsrates. Die Regierung sei bemüht, Schäden abzumildern, die der Satellit verursachen könnte. Spionagesatelliten würden normalerweise kontrolliert über dem Meer zum Absturz gebracht, um zu verhindern, dass jemand Einzelheiten über sie erfahre.

Es ist nicht ungewöhnlich, dass Satelliten außer Kontrolle geraten und abstürzen, ohne dass sie Schaden anrichten. Denn der größte Teil verbrennt während des Wiedereintritts in die Erdatmosphäre - und Trümmer landen oft im Meer oder in unbewohnten Regionen. "Meist ist der Wiedereintritt keine Bedrohung, weil der größte Teil der Erde leer ist", kommentierte US-Astronom Jonathan McDowell in der "New York Times". "Aber man kann auch sagen, dass wir bis jetzt Glück hatten."

Giftiger Raketentreibstoff

Sicherheitsrats-Sprecher Johndroe wollte sich nicht dazu äußern, ob die Möglichkeit besteht, den Satelliten abzuschießen. Es sei noch zu früh, derartige Einzelheiten zu besprechen. Der Flugkörper enthält nach Angaben aus Regierungskreisen Hydrazin, einen Raketentreibstoff. Die farblose Flüssigkeit ist giftig.

Der bisher größte unkontrollierte Wiedereintritt eines NASA-Flugkörpers war der des "Skylab" 1979. Die Trümmer der 78 Tonnen schweren verlassenen Raumstation stürzten in den Indischen Ozean und richteten keinen Schaden an.

AP / AP
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