Erste Mondlandung USA, Russland und der Mann im Mond


Vor 35 Jahren setzte Neil Armstrong als erster Mensch einen Fuß auf den Mond. Erfolgreiche Mondlandung oder größter Schwindel des Jahrhunderts? Auf jeden Fall ein Sieg gegen den Kommunismus.
Sarah Faupel

Schemenhaft sind die Umrisse der Astronautenanzüge zu sehen. Gespenstisch langsam hüpfen sie mit ihren klobigen Raumanzugschuhen auf dem staubigen Boden auf und ab, wie in Zeitlupe. "That's one small step for man, one giant leap for mankind" ("Dies ist ein kleiner Schritt für den Menschen, aber ein großer Sprung für die Menschheit"), wird Neil Armstrong sagen, der erste Mensch, der jemals einen Fuß auf den Mond gesetzt hat. Die USA hat den Wettlauf um die Vorherrschaft im All gewonnen. Aber hat die Mondlandung wirklich stattgefunden?

Uralter Menschheitstraum

Millionen von Menschen in der ganzen Welt sitzen am 21. Juli 1969 vor dem Fernseher. Gespannt und fasziniert verfolgen sie, wie ein uralter Menschheitstraum in Erfüllung geht: Erstmals betreten Menschen den Boden des 384.000 Kilometer weit entfernten Mondes.

Die US-Amerikaner jubeln - die Vereinigten Staaten haben das Wettrennen um die erste bemannte Mondlanung gewonnen und mit einem Schlag ist ihr Selbstvertrauen wieder hergestellt. Die Raumfahrt-Niederlagen gegen die Sowjetunion sind vergessen, der kommunistische Erzfeind ist geschlagen.

Der kalte Krieg förderte die Raumfahrt-Forschung

Begonnen hatte alles im Oktober 1957: Die Sowjetunion brachte den ersten Satelliten "Sputnik 1" in eine Erdumlaufbahn. Kurz darauf überraschte die UDSSR mit der Nachricht, dass sie das erste irdische Lebewesen in den Weltraum geschossen hatten: Hündin Laika wurde über Nacht zum Star.

Die USA wurden nervös, ihrer Meinung nach bedrohte das kommunistische Land mit ihrer Raumfahrt-Aufrüstung die restliche Welt. Die Vereinigten Staaten gründeten die Nasa und brachten ihren ersten Satelliten mit Namen "Explorer" ins All. Doch immer war die Sowjetunion einen Schritt voraus: Mit Jurij Gagarin umkreiste ein Russe als erster Mensch die Erde. Um die Ehre der Nation zu retten, wurden Milliarden US-Dollar in die Raumfahrtforschung gesteckt. US- Präsident John F. Kennedy kündigte an, dass die USA bis Ende des Jahrzehnts einen Menschen auf den Mond bringen werden.

Heißer Schlagabtausch

Mit Erfolg. Im Februar 1962 umkreiste John Glenn als erster Amerikaner die Erde im Orbit. Dann war es jedoch wieder ein Russe - Alexej Leonow-, der 1965 als erster Mensch das Raumfahrzeug verließ und sich zehn Minuten im All aufhielt.

Zwei Jahre später brach in der amerikanischen Weltraumkapsel Apollo 1 bei einem Routine-Bodentest ein Feuer aus, die drei Astronauten verloren dabei ihr Leben. Aber die USA gaben nicht auf und schickten 1968 Apollo 8 in den Weltraum, die den Mond erfolgreich umkreiste. Apollo 11 war es dann schließlich, die Amerika 1969 den großen Triumph bescherte: die erste Mondlandung.

Fragen über Fragen

Aber warum flattert die US-Flagge, die die amerikanischen Astronauten Neil Armstrong und Edwin "Buzz" Aldrin in den Mondboden gerammt haben, wenn es doch auf dem Mond keine Atmosphäre und damit auch keinen Wind gibt? Warum sind auf den Fotos keine Sterne zu sehen, wenn doch auf allen bisherigen Bildern der NASA immer ein Sternenhimmel zu sehen war? Und überhaupt, welcher Fotoapparat hält Temperaturschwankungen von bis zu 230 Grad aus?

Verschwörungstheoretiker werden nicht müde, die Mondlandung in Frage zu stellen. War alles nur eine spektakuläre Inszenierung à la Hollywood? Waren womöglich niemals Menschen auf dem Mond? War dies alles etwa die größte Lüge des Jahrhunderts?

Was die Fahne betrifft: Die Konstrukteure überlegten im Vorfeld, dass die amerikanische Flagge wohl kaum schlaff am Mast hängen dürfe und haben sie deshalb auf eine Querstange gefädelt. Die allerdings kürzer war als die Fahne. Wie bei einem Fenstervorhang sollte dadurch ein Faltenwurf erzeugt werden, sodass der Eindruck einer echten amerikanisch-wehenden Fahne entsteht.

Zu den Sternen: Mit der damaligen Foto-Ausrüstung war es einfach schlichtweg unmöglich starke Kontraste gleichzeitig abzulichten. Die Kameras der Nasa waren auf die Astronauten fokussiert. Die Sterne am Himmel leuchteten im Kontrast zu den weißen Raumanzügen jedoch zu schwach. Verwunderlich bleibt nur, dass die Astronauten den Sternenhimmel des Mondes nicht ein einziges Mal direkt fotografierten.

Technik, die begeistert

Auch die großen Temperaturschwankungen hätten dem Fotoapparat eigentlich ein wenig mehr Probleme bereiten müssen, als es offenbar der Fall war: Plus 125 Grad in der Sonne und minus 173 Grad im Schatten - solche Temperaturschwankungen kann kein Zelluloid wegstecken. Selbst heutige Film-Technologie würde das auf eine harte Probe stellen.

Fragen über Fragen, die bis heute weder endgültig bewiesen noch widerlegt werden konnten. Doch selbst die patriotischen Amerikaner bleiben skeptisch: 10 bis 15 Prozent aller Amerikaner stellen die Mondlandung in Frage. Kritiker behaupten, die Mondlandung sei in Wirklichkeit in einem Filmstudio vorgetäuscht worden. Der Grund für den Moon-Hoax (gefälschte Mondlandung): Die US-Regierung wollte den Wettlauf mit den Sowjets zum Mond unter allen Umständen und mit allen Mitteln gewinnen.

Das nächste historische Kosmos-Ereignis: Marslandung

Den Moon-Hoax-Verfechtern wird auf jeden Fall nicht der Stoff ausgehen: Als nächstes historisches Kosmos-Ereignis ist - spätestens zum 50. Jahrestag der Mondlandung im Jahre 2019 - die Marslandung vorgesehen.


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