HOME

Geldmangel in den USA: Platzt der Traum von der Rückkehr zum Mond?

Es war George W. Bushs große Vision: Der frühere US-Präsident wollte Menschen zurück auf den Mond schicken, von dort sollten sie zum Mars starten. Doch die hochfliegenden Pläne bleiben wohl ein Traum.

Kalte Dusche für die Nasa. Ein von US-Präsident Barack Obama eingesetztes Expertenteam hält eine Rückkehr der Amerikaner zum Mond und einen anschließenden Aufbruch zum Mars für nicht machbar. Der Grund: Es fehlt das Geld. Um entsprechende Pläne zu verwirklichen, müssten jedes Jahr drei Milliarden Dollar mehr zur Verfügung stehen als derzeit im Haushalt vorgesehen sind. So steht es im Abschlussbericht des Gremiums, der jetzt veröffentlicht wurde.

Obama hatte die elfköpfige Arbeitsgruppe, der auch ehemalige Astronauten angehören, mit der Überprüfung aller derzeitigen und geplanten Projekte der bemannten Raumfahrt beauftragt. Dazu gehören insbesondere die von seinem Vorgänger George W. Bush groß verkündeten Pläne. Diese sehen eine Reise zum Mond bis 2020 und einen bemannten Mars-Flug bis 2037 vor. Bisher stellt der Haushalt für die Weltraumerforschung jährlich etwa neun Milliarden Dollar bereit.

Obamas Expertengremium glaubt, dass die derzeitigen Pläne für die bemannte Raumfahrt unrealistisch seien. "Was immer am Ende an Weltraum-Programmen ausgesucht wird, muss mit den Ressourcen in Einklang gebracht werden, die dafür zur Verfügung stehen", heißt es in dem Bericht des Gremiums.

Obama-Berater würden die Feststellungen in dem Bericht und alle möglichen Optionen nun sorgfältig prüfen, sagte ein Sprecher des Weißen Hauses. Er warnte zugleich vor voreiligen Schlussfolgerungen. Obama habe wiederholt betont, dass er der bemannten Erforschung des Alls "verpflichtet" sei.

Nasa fürchtet um ihre Vormachtrolle

Der damalige Präsident George W. Bush hatte vor fünf Jahren angekündigt, bis 2020 sollten wieder Astronauten auf dem Mond landen, um für Flüge zum Mars zu trainieren. Um die Mission zu finanzieren, sollte die Shuttle-Flotte kommendes Jahr eingemottet und die Internationale Raumstation (ISS) 2015 geschlossen werden.

Diese Zeitrahmen seien unsinnig, erklärten die Experten nun. Sie sprachen sich für eine Verlängerung der Space-Shuttle-Flüge zur ISS bis mindestens 2011 aus, um beim Ausbau der Raumstation nicht unter Zeitdruck zu geraten. Zur Zukunft der ISS hält das Team es für ratsam, den Betrieb wenigstens bis 2020 aufrecht zu erhalten. Andernfalls könne Amerikas Führungsrolle bei künftigen internationalen Raumfahrt-Partnerschaften erheblich beeinträchtigt werden, warnen die Experten. Die bisherigen US-Haushaltspläne sehen nur Mittel für die ISS bis 2016 vor.

Bei der Erforschung des Weltraums solle die Nasa mit anderen Staaten und privaten Unternehmen zusammenarbeiten, heißt es in dem Bericht weiter. Mondmissionen seien zudem nur eine Möglichkeit, Reisen zum Mars vorzubereiten. Unter anderem könnten auch erdnahe Objekte wie Asteroiden erforscht werden. Die Nasa hat bereits 7,7 Milliarden Dollar in ihre derzeitigen Pläne investiert, unter anderem in die Entwicklung neuer Raketen.

DPA/AP / AP / DPA
Themen in diesem Artikel