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Hintergrund: Roter Nachbar

Nach dem römischen Kriegsgott benannt erstrahlt unser Nachbarplanet Mars rot am Himmel. Er hat viel mit der Erde gemein, aber besitzt er auch Leben?

Der Rote Planet erhält seine charakteristische Farbe durch oxidiertes Gestein an seiner Oberfläche. Obwohl der Mars nur halb so groß ist wie die Erde, gibt es viele Gemeinsamkeiten zwischen den beiden Nachbarn: Beide besitzen eine Atmosphäre, auf beiden gibt es Jahreszeiten und ein Marstag ist mit vierundzwanzigeinhalb Stunden nur etwas länger als ein irdischer. Das Jahr auf dem Mars hingegen dauert fast zwei Erdenjahre.

Bitterkalte Wüste

Es ist kalt auf dem Roten Planeten. Da er weiter entfernt von der Sonne ist als die Erde und seine viel dünnere Atmosphäre wenig Wärme hält, liegt die tägliche Durchschnittstemperatur nur um die -33°C. In den kältesten Regionen sinkt die Temperatur auf bis zu -87 °C, in den Polregionen sogar weit unter -100 °C. An Sommertagen kann jedoch das Thermometer bis zu 17 °C erreichen.

Die Atmosphäre besteht zum überwiegenden Teil (95 Prozent) aus Kohlendioxid, etwas Stickstoff und Edelgasen. Sauerstoff enthält sie nur zu 0,2 Prozent. Der geringe Wasseranteil von 0,03 Prozent reicht aber aus, um Wolken zu formen.

Der Mars hat an den Polen weiße Kappen, die aus gefrorenem Kohlendioxid und Wassereis bestehen. Während der Winter gefriert der Hauptbestandteil der Atmosphäre, das Kohlendioxid, und dehnt die Polkappen enorm aus, teilweise bis zum 45. Breitengrad.

Sommer und Winter auf dem Roten Planeten

Wie die Erde hat der Mars eine geneigte Achse. Weil seine Umlaufbahn zudem noch relativ elliptisch geformt ist, gibt es auf dem Mars Jahreszeiten. Am entferntesten Punkt zur Sonne ist auf der nördlichen Halbkugel Sommer, auf der südlichen Winter. Ist Winter auf der Nord- und Sommer auf der Südhalbkugel, ist der Mars der Sonne am nächsten. Die Winter auf der Südhalbkugel sind deswegen wesentlich härter und kälter als die auf der Nordhalbkugel. Entsprechend ist der südliche Sommer kürzer und wärmer als der nördliche.

Wenn Sommer auf der Südhalbkugel herrscht, hat Mars seinen sonnennächsten Punkt erreicht und die Äquatorregion erwärmt sich sehr stark. Dann treten regelmäßig gewaltige Sandstürme auf. Sie hüllen den gesamten Planeten wochenlang in roten Staub.

Mars kann mit zwei geologischen Superlativen aufwarten: der Olympus Mons ist mit 27 Kilometern der höchste Vulkan des Sonnensystems. Das Valles Marineris, ein gigantisches Canyonsystem, schmückt wie eine breite Narbe den Äquator des Mars. Es ist 4000 Kilometer lang, 180 Kilometer breit und 7 Kilometer tief.

Die beiden Monde des Mars, Deimos und Phobos, sind mit 21 und 12 Kilometer Durchmesser winzig und waren vermutlich zwei ehemalige Asteroiden, die er einst einfing.

Einst voller Ozeane, jetzt Wüste

Die Viking-Sonde belegte erstmals, dass es unterirdisch Eis auf dem Mars gibt. Die alte Frage, ob es einmal fließendes Wasser gegeben hat, konnte kürzlich von den Mars-Robotern "Spirit" und "Opportunity" geklärt werden, die eindeutige Hinweise fanden. Auch die spektakulären Bilder der europäischen Raumsonde "Mars Express" zeigten ausgetrocknete Flussläufe, in denen einst Wasser geflossen ist.

Eine Theorie besagt, dass es sogar Ozeane auf dem Mars gegeben hat. Aufgrund seiner geringen Anziehungskraft jedoch, konnte der Rote Planet die Atmosphäre und damit das Wasser nicht halten, beides verflüchtigte sich in den Weltraum.

Leben auf dem Mars?

Angesichts der einstigen Präsenz von Wasser auf dem Roten Planeten, fragen sich Forscher schon lange, ob sich auf dem Mars einmal Leben entwickelt hat und womöglich sogar heute noch existiert. Es ist denkbar, dass zumindest mikrobielles Leben entstanden sein könnte. Diese Frage wird sich endgültig jedoch womöglich nur durch eine bemannte Mars-Mission klären lassen.

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