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Japanische Raumsonde "Hayabusa": Kapsel mit Asteroiden-Staub geborgen

Nach sieben Jahren im Weltall ist die Raumsonde "Hayabusa" zur Erde zurückgekehrt. Kurz bevor sie verglühte, schickte sie in einer Kapsel die ersten je genommenen Proben von Asteroiden-Staub zur Erde. Sie sollen völlig neue Erkenntnisse über die Entstehung des Sonnensystems liefern.

Die Mission könnte völlig neue Erkenntnisse über die Entstehung von Planeten liefern: Mit einem gigantischen Feuerstreif am Himmel ist die japanische Weltraumsonde "Hayabusa" nach sieben Jahren im All zur Erde zurückgekehrt. Beim spektakulären Eintritt in die Erdatmosphäre waren am Sonntag am Nachthimmel über Südaustralien die letzten Sekunden der Sonde zu sehen. Das kühlschrankgroße Vehikel verglühte dabei, doch eine kleine Kapsel mit einer wertvollen kosmischen Fracht an Bord löste sich zuvor und schwebte an einem Fallschirm zu Boden. In der Kapsel, die am Montag nach erfolgreicher Landung in der Wüste Australiens geborgen worden ist, sollen die ersten je genommenen Partikel eines Asteroiden sein.

300 Millionen Kilometer von der Erde entfernt

Japanische Wissenschaftler orteten die mit einem Signalsender ausgestattete Kapsel in der Wüste Australiens rund 500 Kilometer nördlich von Adelaide. Dort wurde die wertvolle Kapsel mit den Asteroid-Proben geborgen, wie ein Sprecher des australischen Verteidigungsministeriums am Montag sagte. Die Kapsel aus der verglühten japanischen Raumsonde sei an Ort und Stelle in einen versiegelten Container gepackt worden und werde per Helikopter aus dem Landeareal auf einem Raketenübungsgelände nördlich von Adelaide ausgeflogen. Der Container werde erst in Japan wieder geöffnet.

"Hayabusa" - auf Deutsch: Falke - hatte vor fünf Jahren an dem 300 Millionen Kilometer von der Erde entfernten Asteroiden "Itokawa" Bodenproben genommen. Asteroiden sind Relikte des frühen Sonnensystems und Bausteine der Planeten wie der Erde. Doch ihre Beschaffenheit ist für Wissenschaftler bis heute weitgehend rätselhaft. Da der Asteroid "Itokawa" seine ursprünglichen Eigenschaften bewahrt haben soll, erhoffen sich die Forscher von den Proben Erkenntnisse über die Entstehung unseres Sonnensystems.

Mission wäre fast gescheitert

Die japanische Sonde war sieben Jahre unterwegs und hat mehr als vier Milliarden Kilometer zurückgelegt. Fast scheiterte die Mission. Auf dem langen Rückweg zur Erde fielen mehrere Antriebswerke aus, die Kommunikation riss zeitweise ab und die Batterien wurden unzuverlässig. Dennoch schafften es die Wissenschaftler, die Sonde zur Landung nach Australien zu dirigieren.

Unklar ist allerdings, ob die Sonde wie geplant eine Art Fallbeil auf den Asteroiden sausen ließ, um damit Staub aufzuwirbeln, der eingefangen werden sollte. Die Wissenschaftler sind aber zuversichtlich, dass die Kapsel genügend Material für völlig neue Erkenntnisse über die Entstehung von Planeten an Bord hat. Die Öffnung der Kapsel und Analyse des Materials dürften jedoch Monate dauern.

DPA / DPA