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Kometen im Anflug: Panstarrs zeigt sich in der kommenden Woche

Wie riesige "schmutzige Schneebälle" bestehen Kometen aus Eis, das mit Mineralien vermischt ist. Selten sind sie mit bloßem Auge am Himmel zu erkennen, doch Panstarrs und Ison machen Hoffnung.

Vor gut drei Wochen #Link;http://www.stern.de/panorama/neue-amateuraufnahmen-so-regneten-meteorite-ueber-russland-1972124.html;explodierte über Russland ein Meteor#, dann #Link;http://www.stern.de/wissen/kosmos/asteroiden-flug-2012-da14-zieht-in-27000-km-an-erde-vorbei-1972250.html;flog ein Asteroid knapp an der Erde vorbei# - und nun taucht nächste Woche auch noch ein Komet am Abendhimmel auf. Doch Gefahr droht nicht vom Besuch des Kometen Panstarrs: Er bleibt bei seiner Stippvisite weiter von der Erde entfernt als die Sonne. Sternfreunde warten dennoch gespannt auf den kosmischen Gast, denn Panstarrs dürfte der erste Schweifstern seit Jahren sein, der am nördlichen Himmel mit bloßem Auge zu sehen ist. Und im Herbst könnte der Komet Ison sogar ein Jahrhundert-Spektakel am Himmel bieten.

Kometen gelten ebenso wie Asteroiden als Überbleibsel der Entstehung unseres Sonnensystems vor rund 4,6 Milliarden Jahren. Doch während Asteroiden meist Gesteinsbrocken sind, handelt es sich bei Kometen um schmutzige Riesen-Schneebälle aus Eis, Staub und Stein. Wenn sie sich auf ihrer Reise durchs All der Sonne nähern, bilden sie oft Gas- und Staubschweife aus. Sie enthalten die ursprüngliche Materie in tiefgekühltem Zustand und sind für die Wissenschaft daher besonders interessant. Ihre Größe kann zwischen einigen hundert Metern und mehreren Kilometern Durchmesser liegen.

Zwar ziehen häufig Kometen an der Sonne vorbei, doch die meisten von ihnen sind nur mit Fernrohren zu sehen. Astronomen entdecken nach Angaben der Uni Bonn mit ihren Teleskopen etwa 30 Kometen pro Jahr. Selten sind aber die ganz hellen Schweifsterne wie zum Beispiel die prächtigen #Link;http://www.stern.de/wissen/kosmos/komet-90249187t.html;Kometen Hale-Bopp und Hyakutake# aus den 1990er Jahren.

Erste Beobachtungsmöglichkeiten kommende Woche

Und was dürfen Himmelsgucker nun von Panstarrs erwarten, der im Juni 2011 mit dem gleichnamigen Teleskop auf Hawaii entdeckt wurde? "Im Prinzip wird er leicht mit bloßem Auge sichtbar sein", sagt die Bochumer Astronomin Susanne Hüttemeister, schränkt aber zugleich ein: "Wenn er nicht in der hellen Abenddämmerung stünde."

Die ersten Beobachtungsmöglichkeiten für Panstarrs, der die astronomische Bezeichnung C/2011 L4 trägt, bieten sich in unseren Breiten in der nächsten Woche - wobei sich die vor allem zum nächsten Wochenende hin die Beobachtungschancen verbessern. Bei Sonnenuntergang steht der Komet tief am Nordwesthimmel, der allerdings noch aufgehellt ist. Weiter zum Monatsende steht Panstarrs zwar höher am Himmel, wird dafür aber auch nach und nach lichtschwächer. Außerdem stört dann das helle Mondlicht beim Blick auf den Kometen.

Einen noch spektakuläreren Anblick als Panstarrs könnte demnächst ein zweiter Komet bieten, der sich ebenfalls im Anflug befindet. "Ison hat mehr Potenzial", sagt Hüttemeister über den im September 2012 entdeckten Kometen mit der Bezeichnung C/2012 S1, der im November dicht an der Sonne vorbeiziehen und sich Ende Dezember unserem Planeten bis auf weniger als die Hälfte der Entfernung zwischen Erde und Sonne nähern soll.

Kometen als Vorzeichen von Krieg und Seuchen

"Das ist phantastisch, dieses Jahr ist für uns das Jahr der Kometen", erklärt Michael Geffert vom Argelander-Institut für Astronomie der Uni Bonn. Allerdings sind Kometen unsichere Kantonisten - niemand kann genau vorhersagen, was ihnen in Sonnennähe widerfährt. Ison beispielsweise wird der Sonne so nahe kommen, dass er womöglich auseinanderbricht. Es wäre nicht das erste Mal, dass ein Komet die Hoffnung auf ein Himmelsspektakel enttäuscht: So blieb 1973 der Auftritt des Kometen Kohoutek weit hinter den hoch gesteckten Erwartungen zurück.

Doch nicht immer sahen die Menschen im Auftauchen eines Schweifsterns nur ein prächtiges Naturschauspiel. Jahrhundertelang galten Kometen als Unglücksboten, die Krieg und Seuchen ankündigen. Zu den alten Mythen gesellt sich eine zwar sehr unwahrscheinliche, aber dennoch reale Gefahr: Der Einschlag eines Kometen auf der Erde würde tatsächlich eine globale Katastrophe auslösen.

Um mehr über die schmutzigen Schneebälle im All zu erfahren, wurden eine Reihe von Forschungsmissionen unternommen. Eine der spektakulärsten starteten die Europäer 2004, als sie die Sonde "Rosetta" auf die zehnjährige Reise zum Kometen Tschurjumow-Gerasimenko schickten. Dort soll sie 2014 ein #Link;http://www.stern.de/wissen/landeeinheit-von-rosetta-philae-soll-2014-auf-kometen-landen-1961697.html;Landegerät mit dem Namen "Philae"# absetzen - zu einem "Ritt auf dem Kometen".

ger/AFP/DPA / DPA
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