Kosmos Raumsonde "Stardust" sammelt Kometenstaub


Der US-Raumfahrtbehörde NASA ist es gelungen, zum ersten Mal den Staub eines Kometen einzufangen. Die Partikel sollen im Januar 2006 in einer Kapsel auf der Erde landen.

Eine Raumsonde der US-Weltraumbehörde NASA ist am Freitag durch die Gaswolke um den Kometen "Wild 2" geflogen, um Staubpartikel aus dem Schweif des Himmelskörpers einzusammeln und zur Erde bringen. Von den Partikeln erhoffen sich die Forscher Aufschluss über den Beginn unseres Sonnensystems.

Riskantes Manöver

Die unbemannte Sonde "Stardust" durchquerte die Gaswolke um 19.44 Uhr MEZ und näherte sich dem Kometen dabei auf eine Entfernung von 230 Kilometern an. Dabei sollte die Sonde auch Nahaufnahmen vom Kern des Kometen machen, der wahrscheinlich einen Durchmesser von rund 5,3 Kilometern hat. Das Manöver galt als riskant, weil die Partikel aus Staub und Steinchen das Raumschiff hätten beschädigen können. Nach ersten Erkenntnissen sei jedoch nichts passiert, teilte die NASA am Freitagabend mit.

Hinweise auf Ursprung des Sonnensystems gesucht

"Der Einsatz ist fantastisch verlaufen", sagte der das Experiment im All leitende NASA-Wissenschaftler Don Brownlee am Freitag im kaliformischen Pasadena. "Der Komet hat besser mitgespielt, als wir uns erhofft hatten." Das NASA-Labor zur Erforschung von Strahlantrieben hatte die Sonde "Stardust" (zu deutsch Sternenstaub) in die Koma, die leuchtende Gashülle um den Kometen "Wild 2" gesteuert. Während des achtminütigen Fluges durch die Hülle aus Eis und gefrorenen Gasen kreuzte das Gefährt in der Größe eines Bücherregals den vorläufigen Daten zufolge zwei Strahlen des Kometen. Von den mit einem Spezialnetz eingefangenen Partikeln erhoffen sich die Wissenschaftler Aufschluss über den Ursprung des Sonnensystems und möglicherweise sogar über den Beginn des Lebens auf der Erde.

Erste Bilder eingetroffen

Stunden nach der Begegnung mit dem Kometen erreichte die Wissenschaftler eine Serie von Bildern des Kometenkerns, die ihre Erwartungen bei weitem übertrafen. "Diese Bilder sind besser, als wir uns in unseren wildesten Träumen erhofft haben", sagte der NASA-Wissenschaftler Ray Newburn. "Sie werden uns helfen, die Mechanismen zu verstehen, die die Bedingungen innerhalb der Kometen erzeugen."

Kapsel mit Sternenstaub kommt 2006 an

Die Sonde näherte sich den Angaben zufolge dem Kometenkern bis auf 230 Kilometer an. Die Begegnung fand in einer Entfernung von rund 390 Millionen Kilometer von der Erde statt, für deren Bewältigung die Sonde fünf Jahre gebraucht hatte. Der gesammelte Staub dürfte Partikel enthalten, die der Komet seit seiner Geburt während der Anfänge des Sonnensystems auf seinen Reisen zwischen den Planeten und Sternen ins sich aufgenommen hat. Die Kapsel mit dem Staub wird in zwei Jahren in der Wüste des US-Bundesstaates Utah landen. Die Sonde wird im All bleiben.

DPA

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