Mars-Sonden Astronomen wollen Mars erhopsen


Die Zeit der langsamen Mars-Rover ist vorbei: Hunderte tennisballgroße Miniroboter sollen bald über den Mars hüpfen und Wasser aufspüren. Doch noch sind nicht alle technischen Probleme gelöst.

Die Roboter sollen zu Hunderten auf dem Mars ausschwärmen, die Materialien im Boden analysieren und beispielsweise auch Wasser suchen. In die Kugel wollen die Forscher um Steven Dubowsky vom Massachusetts Institute of Technology (MIT) in Cambridge neben Mini-Bauelementen für Bodenanalyse, Funkkommunikation und Energieversorgung einen ausgeklügelten Fortbewegungsmechanismus unterbringen: Wie ein Stehaufmännchen hält sich die Kugel in einer bestimmten Position. Am Boden lösen sich dann Federelemente, so dass die Kugel in eine bestimmte Richtung rollen oder sogar hopsen kann, wie der Onlinedienst der Fachzeitschrift "Science" berichtet.

Wenn eine Kugel verloren geht, ist das zu verschmerzen

Mit den Kugelrobotern, die zukünftige Landemissionen auf dem Mars ausbringen könnten, wollen die Forscher eine Lücke in der Marsuntersuchung schließen. So können Raumsonden aus einer Umlaufbahn heraus zwar die gesamte Oberfläche kartieren, ein direkter Kontakt zum Gestein fehlt ihnen jedoch. Andererseits können die derzeit auf dem Mars befindlichen Rover Spirit und Opportunity direkte Bodenproben vornehmen, allerdings in einem sehr kleinen Bereich. Mit rund tausend Roboterkugeln wollen Dubowsky eine Fläche von 130 Quadratkilometern bis in die letzte Ecke und Ritze untersuchen. Auch Hohlräume im Boden wären zugänglich. Findet eine Kugel aus einer Spalte nicht mehr hinaus, so sei dies angesichts der großen Zahl der Kugeln zu verschmerzen, meinen die Forscher.

Problem der Stromversorgung noch nicht gelöst

Erste Feldtests starten die Forscher im Herbst. Dabei wollen sie auf kommerziell erhältliche Bauteile zurückgreifen, die in vielen Fällen bereits deutlich miniaturisiert sind, etwa Festplatten in den Abmessungen eines Zwei-Euro-Stücks oder Sensoren in der Größe eines Streichholzes. Eine Herausforderung ist die Stromquelle. Die Forscher wollen dazu eine Brennstoffzelle einsetzen, die Energie für mindestens hundert Hüpfer liefert, die übrigen Bauteile betreibt und auch die Kugel auf Arbeitstemperatur hält. Mit der weiteren Miniaturisierung elektronischer Bauteile in den kommenden Jahren hoffen die Forscher, das Gesamtgewicht der Hopser auf hundert Gramm bei einem Kugeldurchmesser von rund zehn Zentimetern verringern zu können.

DDP


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