HOME

"Space Poop Challenge": Nasa sucht verzweifelt nach dem Weltraumklo der Zukunft

In nicht allzu ferner Zukunft könnten Menschen über den Mars spazieren. Doch bis dahin gilt es noch so manches Hindernis zu überwinden. Die Nasa kämpft derzeit mit einem sehr menschlichen Problem. Wie können Astronauten im All am Besten ihr Geschäft erledigen?

Weltraumtoilette

Die Nasa sucht einen Weg, wie man eine Art Weltraumtoilette in einen Raumanzug integrieren kann

Mit einem Ideenwettbewerb will die US-Weltraumbehörde ein drängendes Problem lösen: Bis Mitte Dezember sollen Erfinder Vorschläge einreichen, wie Astronauten im Weltall auf Langzeitflügen den Klogang hygienisch sicher erledigen können, hieß es in einem Internetaufruf. Für die drei besten Ideen würden jeweils 30.000 Dollar (28.000 Euro) gezahlt. Binnen drei Jahren sollen sie zur Einsatzfähigkeit gebracht werden.

Hintergrund des Aufrufs ist, dass sich die Nasa auf immer längere Flüge ins All vorbereitet. Sie hofft nun auf Vorschläge, wie Astronauten bis zu sechs Tage lang mit einem am Körper getragenen System Urin und Kot entsorgen können, ohne dabei eine eigentliche Toilette aufsuchen zu müssen. "Die alte Standardlösung bestand aus Windeln", heißt es in dem Aufruf mit dem Titel "Space Poop Challenge". "Die Windel ist aber nur eine sehr vorübergehende Lösung, für mehr als einen Tag ist sie keine gesunde und schützende Option."

"Sie können sich nicht einmal an der Nase kratzen"

Das Problem ist, dass sich Raumfahrer auf den Flügen ins All in einem abgeschlossenen Schutzanzug befinden, in dem sie sich selbst nicht anfassen können. "Sie können sich nicht einmal an der Nase kratzen", erklärte die Nasa. Deswegen müsse die Raumfahrertoilette weitgehend automatisch arbeiten.


In der vergangenen Woche etwa hatten die drei Astronauten, die mit einer Sojus-Kapsel zur Internationalen Raumstation ISS flogen, zwei Tage lang ihr Geschäftchen nicht erledigen können. So lange dauerte der Flug aus Kasachstan zur ISS. Ein generelles Problem besteht darin, dass sich und Urin unter den Bedingungen der Schwerlosigkeit nach dem Ausscheiden an Flächen haften können, wenn sie nicht anderweitig abgesaugt werden. "Niemand will, dass solche Flüssigkeiten oder Substanzen sechs Tage lang am Körper kleben", erklärte die Nasa.

amt/DPA/AFP
Themen in diesem Artikel