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Nasa-Teleskop Kepler: Suche nach Leben im All startet

Sind wir allein im Universum? Oder gibt es eine zweite Erde? Die Suche nach ihr beginnt an diesem Freitagabend, wenn die US-Weltraumbehörde Nasa das Mega-Teleskop Kepler in den Weltraum schickt - mit der bis jetzt stärksten Kamera, die jemals ins All befördert wurde.

Wenn alles gut geht, hebt die Delta-II-Rakete an diesem Freitagabend - nach mitteleuropäischer Zeit am Samstag um 4.49 - vom Weltraumbahnhof Cape Canaveral im US-Bundesstaat Florida ab, im Gepäck das Weltraumteleskop Kepler. Über 100.000 Sterne innerhalb unserer Milchstraße soll Kepler nach umkreisenden Planeten absuchen, die Ähnlichkeit mit der Erde haben könnten. Dies ist zumindest ein Anfang: Mindestens 100 Milliarden Sterne enthält unsere Milchstraße insgesamt, schätzen Astronomen.

Umgerechnet 435 Millionen Euro kostet das Unternehmen, das mindestens dreieinhalb Jahre dauern soll. Kepler ist nach dem deutschen Astronomen benannt, der im 17. Jahrhundert die Gesetze der Planetenbewegungen entdeckte.

Wichtigster Teil der Sonde ist eine 95-Megapixel-Digitalkamera, die in eine Region der Sternbilder Leier und Schwan blickt. Es handelt sich laut Nasa um die stärkste Kamera, die jemals ins Weltall befördert wurde. Kepler sei in der Lage, bereits minimalste Veränderungen der Sternen-Helligkeit festzustellen, heißt es bei der Nasa.

Die Suche nach erdähnlichen Himmelskörpern ist schwierig, da die Planeten zunächst nicht direkt in Augenschein genommen werden können. Stattdessen arbeiten die Wissenschaftler mit der Transitmethode: Ein Planet, der vor seiner Sonne vorbeifliegt, verringert für eine kurze Zeit die Helligkeit dieses Sterns - diese Veränderung der Helligkeit soll Kepler messen. Erst später könnten Größe und Beschaffenheit des Planeten bestimmt werden.

Die Nasa wertet die Mission als ersten Schritt, um die Urfrage aller Astronomen beantworten zu können: "Gibt es andere Welten als unsere?" Mit Kepler sei die Wissenschaft erstmals in der Lage, solche erdähnlichen Himmelskörper zu orten. Bisher wurden etwa 350 Planeten außerhalb unseres Sonnensystems entdeckt. Doch diese Exoplaneten sind entweder Jupiter-ähnliche Gasriesen oder es handelt sich um Planeten, die entweder viel zu heiß oder viel kalt sind, um Leben hervorzubringen.

Wenn sich herausstellen sollte, dass die meisten Sterne von erdähnlichen Planeten umkreist werden, sei dies ein ermutigender Hinweis, dass es Leben auch außerhalb unseres Sonnensystems in anderen Welten gebe könnte, heißt es bei der Nasa.

DPA / DPA
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