Raumfähre "Endeavour" Schulstunde im All


Auf der "Endeavour" wird es nicht langweilig: Während sich die Astronauten auf einen dritten Außenbordeinsatz vorbereiten, gab die mit an Bord befindliche Lehrerin Barbara Morgan eine Unterrichtsstunde im All. Und noch immer ist nicht klar, ob "Endeavour" repariert wird, oder nicht.

Rick Mastracchio und sein Kollege Clay Anderson, der zu den gegenwärtigen ISS-Langzeitbewohnern gehört, wollen am Mittwoch um 17 Uhr MESZ ins All aussteigen und unter anderem eine wichtige Antenne verlegen. Sie wäre neuen Sonnensegeln im Wege, die noch in diesem Jahr neu installiert werden sollen.

Arbeitsreicher Tag

Ebenfalls für Mittwoch wurde eine Entscheidung der Nasa darüber erwartet, ob Astronauten während eines ohnehin für Freitag geplanten vierten Außeneinsatzes einen Schaden am Hitzeschild des Shuttle reparieren sollen. Die etwa 7,5 mal 7,5 Zentimeter große Einbuchtung war durch den Aufprall eines Stücks Isolierschaum entstanden, das beim Start vom Außentank der "Endeavour" abgeplatzt war.

Insgesamt war der Dienstag ein arbeitsreicher Tag für die Shuttle- Besatzung - insbesondere für die Astronautin und Lehrerin Barbara Morgan. Zusammen mit ihrer Kollegin Tracy Caldwell, die just an diesem Tag ihren 38. Geburtstag feierte, hievte sie mit dem Roboterarm der Raumfähre eine neue Arbeitsplattform aus der Shuttle- Ladebucht. Diese wurde dann in kniffliger Präzisionsarbeit mit dem ebenfalls ferngesteuerten ISS-Kran außen an der Station angebracht. Auf der Plattform sollen später Werkzeuge während Außenarbeiten verstaut werden.

Unterrichtsstunde hatte schon an Bord der Challenger stattfinden sollen

Nach der erfolgreichen Installation konnte dann Morgan ihren lang gehegten Traum erfüllen: Sie hielt gemeinsam mit drei Astronauten- Kollegen eine Schulstunde im All ab. Kinder und Jugendliche in Boise (Idaho) stellten dem Quartett via Satellit diverse Fragen. So wollte etwa ein Schüler wissen, wie man in der Schwerelosigkeit trinkt, ein anderer, welche Auswirkungen des Treibhauseffekts vom All aus zu sehen sind.

Dieser "Klassenunterricht" sollte eigentlich schon vor gut 21 Jahren stattfinden - mit der Lehrerin Christa McAuliffe. Sie gehörte zur Besatzung des Shuttle "Challenger", das am 28. Januar 1986 kurz nach dem Start explodiert war. Alle sieben Crew-Mitglieder kamen ums Leben. Morgan war damals McAuliffes Vertreterin.

DPA DPA

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