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Saturnmond Enceladus: Hinweise auf unterirdischen Ozean

Die Nasa-Sonde "Cassini" hat auf dem sechstgrößten Mond des Saturns salzige Eispartikel aufgespürt: Damit erhärten sich die Anzeichen für einen unterirdischen Ozean. Mit flüssigem Wasser würde Enceladus über die wichtigste Voraussetzung für die Entstehung von Leben verfügen.

Auf dem Saturnmond Enceladus gibt es möglicherweise einen unterirdischen Ozean. Mithilfe der Nasa-Raumsonde "Cassini" haben deutsche Forscher salzige Eispartikel im sogenannten E-Ring des Saturns nachgewiesen. Dieser speist sich aus gigantischen Eis- und Wasserfontänen, die Enceladus von seinem Südpol aus ins All schießt. Die Eispartikel stammen nach Ansicht der Forscher aus einem salzigen Ozean. Demnach würde der Saturnmond die wichtigsten Voraussetzungen für die Entstehung von Leben besitzen. Dies berichten Frank Postberg und seine Kollegen vom Max-Planck-Institut für Kernphysik Fachblatt "Nature".

Bereits frühere Messungen hatten Hinweise auf ein Wasserreservoir unter der Oberfläche des Enceladus geliefert, der mit 500 Kilometern Durchmesser der sechstgrößte Mond des Saturns ist. Bislang war jedoch unklar, ob die Eispartikel Enceladus in gefrorener Form oder als flüssiges Wasser verlassen und erst in der Kälte des Alls gefrieren. Um dieser Frage nachzugehen, untersuchten die Wissenschaftler die Natrium-Konzentration der Eispartikel. Natrium ist eines der beiden Bestandteile von Kochsalz (Natriumchlorid), das wasserlöslich ist und auch die irdischen Ozeane salzig macht. Im E-Ring des Enceladus spürten die Forscher außergewöhnliche hohe Natrium-Konzentrationen auf - etwa sechs Prozent der Eispartikel erwiesen sich als salzig.

Im Labor stellten Göttinger Max-Planck-Kollegen diese Verhältnisse auf dem Saturnmond in vereinfachter Form nach: Ein Wasserstrahl übernahm dabei die Rolle des Ozeans, ein Laser simulierte die Zerstäubung des Wassers vor dem Geysir-Ausbruch. Mithilfe der sogenannten Flüssigkeits-Massenspektroskopie wiesen die Forscher nach, dass der Laser aus dem Wasserstrahl die gleichen Natriumverbindungen herausschlug, wie sie in den Eisenpartikeln des Saturnmondes vorkommen. Dies untermauere die Vermutung, dass sich unter der Mondoberfläche flüssiges Wasser befindet, schreiben die Wissenschaftler. Die natriumreichen Eisbrocken im Saturn-Ring stammen demnach aus einem flüssigen Ozean, die natriumarmen Brocken entstehen aus dem Wasserdampf über dem Ozean.

In der gleichen Ausgabe der Fachzeitschrift stellen US-Forscher um Nicholas Schneider von der Universität von Colorado teleskopgestützte Untersuchungen der Enceladus-Geysire vor: Überraschenderweise konnten sie in den Wasser- oder Eisfahnen kein Natrium nachweisen.

Die Wissenschaftler stehen aufgrund dieser unterschiedlichen Ergebnisse vor einem Rätsel: Eine Erklärung wäre, dass der Ozean komplett gefroren sein muss oder dass es einen Süßwassertümpel unter der Oberfläche gibt. Wie bei irdischen Ozeanen auch, müsse das Wasser des Ozeans langsam verdampfen, um das Salz zurückzulassen, so die These der Forscher.

DPA / DPA
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