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US-Studie: Kaum Chance für Leben auf dem Mars

Während die Sonde Phoenix gerade beginnt, auf dem Mars nach Lebensspuren zu suchen, winken US-Forscher ab: Im Mars-Wasser konnte wahrscheinlich nie Leben entstehen.

Flüssiges Wasser ist eine Grundvoraussetzung für alles Leben auf der Erde. Gleiches gilt vermutlich auch für den Mars. Doch selbst mit Wasser kann nicht überall Leben entstehen. Es kommt auch auf die Qualität des Wassers an und die wird bestimmt durch die Temperatur, den pH-Wert und den Salzgehalt.

Der Rote Planet war wahrscheinlich schon immer viel zu salzig für die Entstehung von Leben. Es sei zwar mittlerweile unbestritten, dass es einmal flüssiges Wasser auf dem Nachbarplaneten der Erde gegeben habe. Dies sei jedoch vermutlich eine dicke Salzlake gewesen, berichten Forscher der Harvard-Universität im US-Fachjournal "Science". Leben, wie wir es kennen, habe darin kaum eine Chance gehabt.

Der Mars war schon immer ein unwirtlicher Ort

Die Wissenschaftler hatten diejenigen Gesteinsdaten genauer analysiert, mit denen der Marsrover "Opportunity" Hinweise auf frühere Wasservorkommen auf dem Roten Planeten geliefert hatte. Die US-amerikanische Raumsonde wurde 2003 zur geologischen Erforschung des Mars ins All geschickt. "Während der Mars heute ein lausiger Ort für Leben ist, hatten wir immer das Gefühl, dass er vor langer Zeit stärker der Erde geähnelt haben könnte", erläuterte der Mitautor der neuen Analyse, Andrew Knoll. Die neuen Resultate legten jedoch sehr nahe, dass der Mars auch vor Milliarden Jahren schon ein unwirtlicher Ort gewesen sei. "Egal wie weit wir in die Marsgeschichte zurückblicken, wir finden vielleicht niemals einen Zeitpunkt, zu dem der Planet wirklich wie die Erde aussah."

Knoll und seine Kollegen schließen dies aus den Salzablagerungen in vier Milliarden altem Marsgestein an "Opportunitys" Landeplatz, der noch als eine der nasseren und freundlicheren Gegenden in der Marsvergangenheit gilt. Demnach war das Marswasser jedoch viel salziger als jeder irdische Organismus ertragen könnte. "Dies schließt nicht Lebensformen eines Typs aus, dem wir noch nie begegnet sind", sagte Knoll. "Aber Leben, das in solch einer salzigen Umgebung entstehen und ausharren könnte, bräuchte eine völlig andere Biochemie als selbst die salztolerantesten irdischen Organismen." Und auch diese hätten sich aus Vorfahren in weniger salzhaltigem Wasser entwickelt.

Was wird Phoenix herausfinden?

Es bleibt jedoch abzuwarten, was für Erkenntnisse die Phoenix-Expedition liefern kann. Die Nasa-Marssonde hat gerade begonnen, ihren Roboterarm zu aktivieren, auf dem auch eine deutsche Kamera montiert ist. Der 2,3 Meter lange Arm soll weitere Bodenproben zur Untersuchung auf Lebensspuren sammeln. Anschließend werden dei Proben dann von der Sonde analysiert. Mit dem Beginn der Grabungen ist allerdings erst in ein paar Tagen zu rechnen.

nis/DPA / DPA