VG-Wort Pixel

Besserer Schutz Warum Sie sich über kurze Wimpern freuen können

Lange Wimpern gelten als Schönheitsideal. Doch Menschen mit kurzen Wimpern haben einen entscheidenden Vorteil.
Lange Wimpern gelten als Schönheitsideal. Doch Menschen mit kurzen Wimpern haben einen entscheidenden Vorteil.
© colourbox.com
Lange Wimpern gelten als schön. Kein Wunder, dass die Kosmetikbranche mit Mascara und Co. viel Geld macht. Doch laut einer Studie haben lange Wimpern Nachteile. Zumindest gesundheitliche.

Viele Menschen wünschen sich lange Wimpern. Aus diesem Wunsch macht die Kosmetikindustrie viel Geld: Mascaras mit Namen wie "Ultra Long" und "Double Extension" füllen ganze Drogeriemarktregale, Schönheitssalons bieten Wimpernverlängerungen an und chemische Mittelchen versprechen "ganz natürliches" Wimpernwachstum.

Kurzum, für das Schönheitsideal "lange Wimpern" geben einige alles. Untersuchungen zufolge könnten sie sich damit aber einen Bärendienst erweisen. Wimpern, weiß man, haben neben ihrer schmückenden vor allem eine schützende Funktion: Sie fangen Schmutzpartikel ab. Sind die Härchen jedoch zu lang, werden sie in der Ausübung dieser Funktion behindert, wie Forscher des Technikinstituts in Georgia herausfanden.

Wimpern-Optimum: Ein Drittel der Augenlänge

Für ihre Untersuchung maßen die Biotechnologen die Wimpern- sowie die Augenlänge von 22 verschiedenen Säugetierarten - vom Igel bis zur Giraffe. Bei allen Spezies entsprach die Wimpernlänge in etwa einem Drittel der Augenlänge. Daraus schlossen die Forscher, dass dieses Verhältnis evolutionär bedingt das Optimum sein müsste.

Mithilfe eines Augenmodells mit längenverstellbaren Wimpern, das sie in einen Windkanal stellten, bestätigten sie ihre Vermutung: Hatten die Wimpern ein Drittel der Augenlänge, so reduzierten sie die Verdunstung der Augenflüssigkeit und die Menge des Staubes, der ins Auge gelangt am stärksten - um rund 50 Prozent. Waren die Wimpern dagegen länger, so war der gemessene Luftstrom, der auf das Auge traf, deutlich höher. Das Auge trocknete stärker aus und es gelangten mehr Schmutzpartikel hinein.

Aus den Ergebnissen, die die Forscher bei der diesjährigen Konferenz der Gesellschaft für vergleichende und integrative Biologie (SICB) vorstellten, wollen sie optische Sensoren mit selbstreinigenden Mechanismen entwickeln. Anlass der Untersuchung war also nicht, Menschen mit kurzen Wimpern damit zu trösten, dass sie wenigstens einen gesundheitlichen Vorteil gegenüber jenen mit lang geschwungenen Wimpern haben. Aber, wie so oft in der Wissenschaft: Auf dem Weg zum eigentlichen Forschungsziel wird so manch nützliches Zufallsprodukt oder eine Erkenntnis abgeworfen.

Mirja Hammer

Mehr zum Thema


Wissenscommunity


Newsticker