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Atombombenabwurf: Nagasaki gedenkt seiner Opfer

Der Abwurf der Atombombe über Nagasaki kostete über 74.000 Menschen das Leben. Zum 60. Jahrestag versammelten sich Tausende im Friedenspark der Stadt, um der Opfer zu gedenken.

Rund 6000 Menschen haben am Dienstag in der japanischen Stadt Nagasaki des zweiten und letzten Atombombenabwurfs im Zweiten Weltkrieg vor 60 Jahren gedacht, unter ihnen mehrere hundert Überlebende. Um 04.02 Uhr MESZ markierten eine Sirene und ein Glockenschlag den Augenblick, in dem am 9. August 1945 die Bombe "Fat Man" über der Stadt explodierte. Der Bürgermeister von Nagasaki, Iccho Itoh, rief die Atommächte und vor allem die USA zur Abrüstung auf.

In seinem Appell kritisierte Itoh unter anderem die Entwicklung neuer Mini-Atombomben in den USA. Experten befürchten, dass diese Waffen die Hemmschwelle vor einem Atombomben-Einsatz deutlich senken könnten. Der japanische Ministerpräsident Junichiro Koizumi legte im Friedenspark einen Kranz nieder. Der Jahrestag sei eine Gelegenheit, um für weltweiten Frieden zu beten, sagte Koizumi.

Nagasaki wurde drei Tage nach dem ersten Abwurf einer Atombombe über Hiroshima angegriffen. Eigentlich sollte "Fat Man" am 9. August über der Stadt Kokura abgeworfen werden, wegen der dortigen Luftabwehr drehte der B-29-Bomber der US-Luftwaffe aber nach Nagasaki ab. Der Angriff kostete nach Angaben der Stadtverwaltung 74.000 Menschen das Leben, in anderen Schätzungen ist von 80.000 Toten die Rede.

Sechs Tage nach dem Angriff auf Nagasaki erklärte Japan seine Kapitulation, der Zweite Weltkrieg war damit beendet.

AP / AP