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Außenministerin entsetzt Baerbock über Putin: "Es geht ihm um Vernichtung. Selbst von Kindern"

Annalena Baerbock sieht in Wladimir Putin keinen Menschen, mit dem man verhandeln kann 
Annalena Baerbock sieht in Wladimir Putin keinen Menschen, mit dem man verhandeln kann 
© Britta Pedersen / DPA
Annalena Baerbock zeigt sich von den Geschehnissen im Ukraine-Krieg entsetzt. Es sei einer der "schlimmsten Momente" ihrer bisherigen Amtszeit gewesen, als sie sich Fotos von getöteten Kindern ansehen musste. 

Außenministerin Annalena Baerbock hat den russischen Präsidenten Wladimir Putin angesichts der vielen Kinder unter den Opfern im Krieg in der Ukraine scharf kritisiert. In einem Interview mit dem "Spiegel" bezeichnete sie es als einen der "schlimmsten Momente" ihrer bisherigen Amtszeit, als sie bei einem Besuch in der Ukraine Fotos erschossener Kinder gesehen habe. "Das sagt alles darüber, dass man mit diesem Putin derzeit nicht verhandeln kann", sagte die Grünen-Politikerin. "Es geht ihm um Vernichtung. Selbst von Kindern."

Gute Außenpolitik bedeute, einen kühlen Kopf zu bewahren, "auch wenn das Herz brennt". "Ertragen zu müssen, dass man nichts tun kann - das ist manchmal auch die Brutalität von Außenpolitik." Sie hätte demnach gerne versprochen, dass "wir humanitäre Korridore aus den umkämpften Gebieten in der Ukraine garantieren". Ein solches Versprechen hätte aber militärisch abgesichert werden müssen. 

Der Westen liefert der Ukraine zwar Waffen, schließt ein eigenes militärisches Engagement in der Ukraine aber aus. Als Grund wird genannt, dass Putin ein solches Vorgehen als direkte Beteiligung des Westens am Krieg bewerten könnte.

Annalena Baerbock besucht Nagasaki 

Am Sonntag besuchte Baerbock das Atombombenmuseum in der japanischen Stadt Nagasaki. "Nagasaki ist so wie Hiroshima für uns auch heute ein Mahnmal dafür, dass wir alle gemeinsam an einer Welt ohne Atomwaffen arbeiten müssen - auch wenn es ein langer, harter Weg wird", erklärte die Ministerin im Kurzbotschaftendienst Twitter.

Deutschland unterstütze deshalb Abrüstungsinitiativen wie den Atomwaffenverbotsvertrag und den Nichtverbreitungsvertrag, um "aktiv an einer nuklearen Abrüstungsstrategie" zu arbeiten. Baerbock will am Montag in Tokio politische Gespräche führen.

Die US-Streitkräfte hatten am 6. und 9. August 1945 über Hiroshima und Nagasaki Atombomben abgeworfen. Durch den ersten und bisher einzigen Einsatz weltweit von Atombomben in einem Krieg wurden die beiden Städte zerstört und etwa 214.000 Menschen getötet. Bis heute leiden in beiden Städten tausende Menschen unter den Spätfolgen der radioaktiven Strahlung.

ivi DPA AFP

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