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Das Trauma der Anschlagsopfer: Die Welt hilft beim Trauern

Was die Jugendlichen und ihre Betreuer auf Utøya erlebt haben, ist unbegreiflich grausam. Ein Traumaexperte über Wege, den Schock zu verarbeiten und wieder ins Leben zurück zu finden.

Von Lea Wolz

Er zerstörte brutal eine Idylle. Verkleidet als Polizist dringt Anders Breivik in das Ferienlager auf der norwegischen Insel Utøya ein und beginnt zu morden. Anderthalb Stunden streift er über die Insel. Kinder und Jugendliche, die Schutz bei dem vermeintlichen Polizisten suchen, bringt er eiskalt um. Die 560 Teilnehmer des Camps sind auf der Insel gefangen, dem Mörder hilflos ausgeliefert. Als Breivik endlich gefasst wird, sind 76 Menschen tot.

"Für die Betroffenen wird nichts mehr so sein, wie es einmal war", sagt der Essener Psychotherapeut Christian Lüdke, der unter anderem die Terroropfer der Anschläge in New York und Bali betreut hat. "Ihr grundlegendes Sicherheitsgefühl ist verloren gegangen. Die Jugendlichen befinden sich in einer seelischen Ausnahmesituation."

Urvertrauen untergraben

Besonders perfide ist dem Psychotherapeuten zufolge, dass der Täter sich als Polizist verkleidete. Damit habe er sich das Vertrauen der Jugendlichen erschlichen, die Hilfe bei ihm suchten: "So brutal getäuscht zu werden, ist das Schlimmste, was einem Opfer passieren kann."

Solche durch Menschen verursachten Dramen seien schwerer zu verarbeiten als ein Unfall oder eine Naturkatastrophe, ist auch der Darmstädter Psychologe Jens Hoffmann überzeugt, der zu dem Thema Amoklauf forscht. "Sie erschüttern unser Verhältnis zur Welt viel mehr, da sie unser Vertrauen in andere Menschen grundlegend untergraben."

Ohne Zweifel berührt das Erlebte die Jugendlichen und ihre Betreuer in ihren Grundfesten. Doch wie bewältigen Menschen solche Traumata? "Manche stecken es sehr gut weg, andere finden nur schwer in ihr Leben zurück", sagt Hoffmann. Wichtig sei es nun vor allem, dass die Opfer schnell professionelle Hilfe bekommen.

"Menschen verarbeiten solche traumatischen Erfahrungen sehr unterschiedlich", weiß auch Psychotherapeut Lüdke. Aus Studien und aus der Praxis sei bekannt, dass bei ungefähr zwei Dritteln der Opfer eines solchen Gewaltverbrechens die Selbstheilungskräfte gut funktionieren würden - vor allem bei Menschen, die beruflich und privat eingebettet sind.

Momentan stehen die meisten Jugendlichen allerdings noch unter Schock, ist Lüdke überzeugt. Und sie reagieren darauf mit unterschiedlichen Symptomen. "Manche sind in dieser Zeit traurig und apathisch, andere wütend und aggressiv." Doch das seien "völlig normale Reaktionen auf ein verrücktes Ereignis".

"Vergessen werden sie das nie"

Bis zu zwei Wochen kann diese Schockphase andauern. Wer nach drei Monaten immer noch massive Schlaf- und Konzentrationsstörungen aufweise, über Übelkeit und Schwindel klage und immer wieder das Erlebte in einer Art Kopfkino erneut durchleide, laufe allerdings Gefahr, eine posttraumatische Belastungsstörung zu entwickeln, so Lüdke. Besonders gefährdet seien vor allem diejenigen, die schon einmal ein Trauma wie zum Beispiel den Tod eines Angehörigen oder einen Unfall erlebt haben. "Am Ende sind es gut zehn Prozent aller Betroffenen, die fachliche Hilfe benötigen."

Begleiten wird die Jugendlichen und ihre Betreuer das Erlebte allerdings noch lange. Bis Anschlagsopfer ihr Trauma verarbeitet haben, dauere es im Durchschnitt sechs bis sieben Jahre. "Vergessen werden sie diesen Tag sicher nie", ist der Psychotherapeut überzeugt.

"In erster Linie brauchen die Jugendlichen und die Betreuer nun aber erst einmal Ruhe und Abstand", so Lüdke. Wichtig sei zudem die Unterstützung durch das Umfeld, also durch Freunde und die Familie. Auch der starke Zusammenhalt im Land, die Trauermärsche in Norwegen und die weltweite Anteilnahme würden sich positiv auf den Heilungsprozess auswirken. "Aktuelle Studien zeigen, dass die Verläufe deutlich besser sind, wenn die öffentliche Anteilnahme und die gesellschaftliche Wertschätzung groß sind."

Auf welche Rechtsgrundlage beziehen sich die Münchner Finanzämter im jüngsten Steuerskandal?
Gestern in Report: Münchener Mittelständler, die zum Beispiel Werbung bei Google gekauft haben, sollen auf gezahlte Werbung bei Google eine Quellensteuer von 15 Prozent zahlen, und zwar zunächst rückwirkend für die Jahre 2012 und 2013. Das Geld, so die Betriebsprüfer des Finanzamts München, könnten sich die Steuer ja von Google zurückholen. Klingt skurril. Klingt nach einer Sauerei. ich habe mir deshalb den 50a ESTG durchgelesen, was wenig Freude macht. Dort steht erstens: "Die Einkommensteuer wird bei beschränkt Steuerpflichtigen im Wege des Steuerabzugs erhoben", was bedeutet, dass (um im Beispiel zu bleiben) Google der Steuerschuldner ist und sich das Finanzamt dorthin wenden soll und unter Abschnitt 7: "Das Finanzamt des Vergütungsgläubigers kann anordnen, dass der Schuldner der Vergütung für Rechnung des Gläubigers (Steuerschuldner) die Einkommensteuer von beschränkt steuerpflichtigen Einkünften, soweit diese nicht bereits dem Steuerabzug unterliegen, im Wege des Steuerabzugs einzubehalten und abzuführen hat, wenn dies zur Sicherung des Steueranspruchs zweckmäßig ist. " Nach diesem Text muss das Finanzamt von Google diese Anordnung treffen und nicht das Münchner. Ich bin mir sehr sicher, dass das Finanzamt in Irland nicht tätig geworden ist. Was also könnte die Rechtsgrundlage für diese extreme Auslegung einer Vorschrift sein, die ursprünglich dazu gedacht war, dass Veranstalter von Rockkonzerten die Steuern für die ausländischen Musiker abführen (was ja vernünftig ist)?
Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.