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Erziehungstipps: Was tun, wenns schreit?

"Durst! Ich bin so einsam! Immer darf Jonathan mehr als ich! Halsschmerzen!" Eltern kennen die Gebärden quengelnder Kinder nur zu gut. Stern-Autorinnen beantworten 30 Fragen rund ums Kind und geben Tipps und Anregungen für eine funktionierende Eltern-Kind-Beziehung.

Kinder sind nicht zwangsläufig kleine Quälgeister. Eltern müssen sich nur zu helfen wissen

Kinder sind nicht zwangsläufig kleine Quälgeister. Eltern müssen sich nur zu helfen wissen

Ist Babymassage, Baby-Yoga und Pekip sinnvoll oder nur moderner Schnickschnack?

Professionelle Massage und Wellness für Kleinkinder sind dummes Zeug, Styling-Mütter mit Styling-Babys sind der sicherste Pfad zu späteren seelischen Störungen. Aber: Eine liebevolle Massage vor dem Einschlafen, besonders im Bauch-Bereich, ergänzt etwa durch Kümmel-Öl, tut einem Baby, das ja oft unter Blähungen leidet, richtig gut und intensiviert die Mutter-Kind-Bindung. Sanfte Körperkontakte sind übrigens auch für Schreibabys die beste Lösung. Bergmann

Ronja, 10 Monate, ist ein Schreikind. Sie macht uns das Leben zur Hölle, wir sind völlig fertig. Wo finden wir Hilfe?

Sie können sich an eine Beratungsstelle wenden oder in eine Sprechstunde gehen mit einem Beratungs- und Therapieangebot für Eltern mit Säuglingen und Kleinkindern. Auch speziell fortgebildete Kinderärzte, Kinder- und Jugendpsychiater und Kinder- und Jugendlichen-Psychotherapeuten bieten fachkundige Hilfe an. Eine Adressenliste finden Sie im Internet zum Beispiel unter gaimh.de Thiel-Bonney

Verhaltensforscher sprechen immer vom kompetenten Säugling - was ist damit gemeint und was können Eltern dazu beitragen?

Damit ist gemeint, dass auch schon Säuglinge recht gut wissen, was sie brauchen und dass Mütter und Väter gut daran tun, darauf zu achten, was ihr Baby bewegt und was es zum Ausdruck bringen will. Kinder brauchen feinfühlige Eltern. Hüther

Lisa, zehn Monate, zerbröselt ihr Brot, bohrt den Finger in den Joghurt, kippt regelmäßig die Milchtasse um. Ist das ihr Forscherdrang oder will sie einfach nur schauen, wie wir darauf reagieren?

Ab etwa zehn Monaten lieben es Kinder, auch mit Nahrungsmitteln zu experimentieren, genießen diese sinnliche Erfahrung. Sie sind zunehmend daran interessiert, alleine zu essen - und das funktioniert nun mal am besten mit den Händen. Dabei geht noch so manches daneben. Solange das Kind gut isst, sollten die Eltern dieses Verhalten in für sie passenden Grenzen akzeptieren. Beim Trinken braucht Lisa in diesem Alter allerdings sowieso noch ein wenig Unterstützung. Vielleicht könnten Sie ihre Tochter außerhalb der Mahlzeiten öfters mit Wasser spielen lassen, dann ist das Spielen mit der Milchtasse vielleicht gar nicht mehr so interessant für sie. Thiel-Bonney

Emily ist erst 11 Monate alt und trotzt schlimmer als ihre 3-jährige Schwester. Wie soll ich auf ihre zornigen Ausbrüche reagieren? Und bleibt sie jetzt bis zum eigentlichen Trotzalter so oder wird das gar noch schlimmer?

Viele Kinder beginnen temperamentsbedingt schon in ihrem ersten Lebensjahr trotziges Verhalten zu zeigen. Ein wichtiger Faktor im Umgang mit Emily ist, dass sich die Eltern einig sind und eine gemeinsame Linie verfolgen. Die Eltern können Emily ruhig und bestimmt mitteilen, was sie von ihr möchten, gleichzeitig jedoch auch handeln und sie zum Beispiel aus einer bestimmten Situation herausführen - viele Kinder in diesem Alter reagieren noch nicht ausreichend gut ausschließlich auf eine sprachliche Aufforderung. Daneben gibt es viele andere Gründe, die zu einem vermehrten und für die Familien belastenden kindlichen Trotzverhalten beitragen können, wie zum Beispiel familiäre Spannungen oder Geschwisterrivalität. Dies können die Eltern in einer Kleinkindberatung klären. Thiel-Bonney

Unsere Tochter, 14 Monate, fremdelt jetzt schon seit fünf Monaten. Wir können nirgendwo mehr mit ihr hingehen. Wie lange Fremdeln ist normal?

Das ganz normale Fremdeln beginnt meist zwischen dem 6. und 8. Lebensmonat, wenn das Kind lernt, ihm bekannte Menschen von unbekannten Menschen zu unterscheiden. Auch im Kleinkindalter braucht das Kind bei der Begegnung mit Fremden Zeit, in der es sich vorsichtig mit ihm vertraut machen kann. Dabei hat jedes Kind sein eigenes Tempo und benötigt die Rückversicherung seiner Eltern: "Alles ist o.K." Wenn Kinder sich jedoch im sozialen Kontakt mit anderen Personen über längere Zeit überaus ängstlich verhalten, sich an die Eltern klammern und nicht mehr in ein Spiel finden, sollten sich die Eltern an eine Beratungsstelle für Kleinkinder wenden. Thiel-Bonney

Wir haben eine Entwicklungstabelle zu Hause, die zeigt, was ein Kind mit wie vielen Monaten in etwa können sollte. Unser Kind ist bei allem weit hinterher. Leni, 2, saß später, krabbelte später, lief später, sagte später Mama und Papa. Müssen wir uns Sorgen machen?

Entwicklungstabellen sind wichtig, aber genauso bedeutsam ist es, das ganz individuelle Entwicklungstempo eines Kindes anzuerkennen, es in seinem Tempo zu begleiten. Kinder kommen nicht als unbeschriebene Blätter auf die Welt, sondern als einzigartige, unverwechselbare Persönlichkeiten. "Vergleiche nie ein Kind mit einem anderen, sondern nur mit sich selbst",", hat Pestalozzi einmal gesagt. Wenn man das berücksichtigt, muss man sich bei Entwicklungsverzögerungen - und dabei handelt es sich bei Leni wohl - keine Sorgen machen! Aber natürlich ist eine genaue Beobachtung vonnöten! Rogge

Lina-Sophie ist jetzt knapp zwei und sehr schüchtern, wie kriege es hin, dass mein Kind selbstbewusster in die Welt geht?

Manche Kinder zeigen ein eher zurückhaltendes und vorsichtiges Temperament - sie brauchen oft mehr Zeit, bevor sie sich zum Beispiel in ein Spiel mit anderen Kindern hinein begeben. Die Eltern sollten ihr Kind immer wieder dazu ermutigen, eigene Erfahrungen zu machen. Das Kind kann so lernen, dass es "Klippen" mit der zurückhaltenden Unterstützung seiner Eltern bewältigen kann. Dies stärkt sein Selbstbewusstsein, auch wenn damit erste Enttäuschungen und Frustrationen verbunden sein können. Häufig berichten die Eltern in der Beratung von eigenen Ängsten, die sich in den Alltag mit ihrem Kind einmischen. Thiel-Bonney

Ab welchem Alter kann sich ein Kind in Andere hineinversetzen?

Auch ein Baby fühlt schon, wenn es der Mutter gut oder schlecht geht und reagiert entsprechend darauf. Etwa ab dem dritten Lebensjahr ist es auch in der Lage, sich dazu Gedanken zu machen und entwickelt das, was die Hirnforscher "theory of mind" nennen, also eine Vorstellung davon, was in Anderen vorgeht.

Wann ist der richtige Zeitpunkt fürs Töpfchen und Sauberkeitserziehung?

Jedes Kind kommt mit einem ganz eigenen Tempo auf die Welt, auch, was die Sauberkeit anbetrifft. Das eine Kind wird früher, das andere später sauber. Hier ist es wichtig, Kinder nicht ständig miteinander zu vergleichen. Jedes Kind wird sauber - irgendwann. Ein verfrühtes Sauberkeitstraining führt meist zu Machtkämpfen zwischen Eltern und Kindern und beeinträchtigt die Beziehungen. Mein Rat: Gebt den Kindern und Euch selber Zeit! Rogge

Kann man Babys auch schon erziehen?

In den ersten Monaten spielen Körpererfahrungen eine besondere Rolle. Die kann man befördern, indem man das Baby selbst zugreifen, krabbeln etc. lässt oder einschränken, indem man dem Baby die Dinge in die Hand legt oder es umher trägt. Mit Letzterem bewirkt man womöglich, dass das Kind auch später darauf wartet, dass die Dinge des Lebens zu ihm kommen, statt sie sich selbst zu erschließen. Ansonsten gilt: In den ersten zwölf Monaten sind Kinder noch nicht in der Lage, zwischen den Absichten der Erwachsenen und dem eigenen Tun zu unterscheiden. Das ist ein Lernprozess, der erst im zweiten Lebensjahr beginnt und nicht vor dem vierten abgeschlossen ist. Frühestens ab seinem ersten Geburtstag kann man anfangen zu erziehen. Hüther

Es ist immer von der Bedeutung der sicheren Bindung zwischen Eltern und Kind die Rede. Was genau ist damit gemeint?

Damit ist eine Beziehung zwischen Kind und Eltern gemeint, die dem Kind das Gefühl von Geborgenheit und Sicherheit gibt. Sicher gebundene Kinder erkennt man daran, dass sie sich mutig und neugierig in die Welt hinauswagen und wieder zurückkommen, wenn es dort zu unübersichtlich oder gefährlich wird.

Stimmt es, dass Kinder mit drei oder vier unbedingt zumindest ein oder zwei Fremdsprachen lernen sollten, weil ihr Gehirn in diesem Alter doppelt so aktiv ist wie das von Erwachsenen?

Wenn es im späteren Leben nur darauf ankommen würde, neben der Muttersprache mehrere Sprachen perfekt zu beherrschen, wäre es sinnvoll, das Kind möglichst früh an diese Sprachen heranzuführen. So aber halte ich es für wichtiger, dem Kind die Gelegenheit zu geben, möglichst viele und möglichst unterschiedliche Fähigkeiten zu erwerben. Nur so kann es zu einer starken, gefestigten Persönlichkeit heranreifen. Hüther

John, 4, hat Freund, dessen Eltern offensichtlich beide Alkoholiker sind. Sollen wir ihm verbieten, dort hinzugehen?

Verbote sind immer schwierig, sie machen Freunde manchmal erst recht interessant. In einer Alkoholiker-Familie fühlen sich Kinder übrigens instinktiv unwohl, es dürfte nicht schwierig sein, den Sohn aus der Familie fernzuhalten. Aber was ist mit dem Freund? Der Freund darf gern in Ihre Wohnung zum Spielen kommen, vielleicht entwickelt er eine enge Bindung an Ihre Familie, vielleicht lernt Ihr Sohn dadurch, dass man schwierigen Beziehungen nicht einfach nur ausweichen darf. Viel wahrscheinlicher ist allerdings, dass der Freund mit den "komischen" Eltern auf die Dauer unattraktiv und durch andere Freunde ersetzt wird - traurig für das andere Kind! Ein unmittelbar negativer Einfluss von Kind zu Kind ist im Übrigen nicht zu befürchten. Bergmann

Unsere Jungs, 5 und 4, streiten und schlagen sich von morgens bis abends. Sollen wir uns einmischen oder müssen sie ihre Konflikte auch in diesem Alter schon selbständig lösen?

Natürlich müssen Sie sich einmischen, wozu hat man denn Eltern. Aber Vorsicht: Schimpfen hilft überhaupt nicht, heizt die Aggressivität unter den Kleinen nur an. Machen Sie sich in aller Ruhe folgendes klar: Die beiden Kleinen streiten und streiten, weil sie um Mamas und Papas Liebe rivalisieren. Machen Sie sich dementsprechend auch Folgendes klar: So ungehemmt und vorbehaltlos werden Sie wahrscheinlich ein ganzes Leben lang nicht wieder geliebt werden wie von diesen kleinen nervigen Streithälsen. Ist diese Einsicht ganz und gar in Ihr Bewusstsein gedrungen, dann dürfen und müssen Sie auch mal für Ordnung sorgen. Notfalls verfrachten sie den einen in die linke, den anderen in die rechte Ecke Ihrer Wohnung - Sie werden merken, dass die beiden unversöhnlichen Jungs urplötzlich eine ganz und gar unwiderstehliche Sehnsucht füreinander entwickeln. Alles andere ist eine Frage der Geduld - und des Humors. Bergmann

Haben Eltern tatsächlich einen entscheidenden Einfluss darauf, wie und wofür ihr Kind sein Hirn nutzt?

Ja. Und damit auch darauf, welche Verschaltungen zwischen den Milliarden Nervenzellen besonders gut gebahnt und stabilisiert beziehungsweise welche nur unzureichend entwickelt und ausgeformt werden. Kinderhirne sind formbar - und deshalb auch verformbar. Deshalb macht es einen riesigen Unterschied, ob ein Kind passiv vor den Fernseher sitzt oder seine Eltern mit ihm in den Wald gehen und Dinge gemeinsam entdeckt und erfahren werden. Eltern bestimmen ganz wesentlich die Welt, in die ein Kind hineinwächst. Es kann auch im Kindergarten Englisch lernen. Aber sinnvoll ist das nur, wenn das Kind konkret etwas damit anfangen kann, das Erlernte auch praktisch nutzen kann.

Bei der Super Nanny wurden Kinder zur Strafe auf den Stillen Stuhl gesetzt. Ist das wirklich eine sinnvolle Strafe?

Die Auszeitmethode, zu der der Stille Stuhl ebenso wie das Auszeit-Zimmer zählen, hat nichts mit Bestrafung zu tun, schon gar nicht damit, ein Kind zu beschämen, wie es bei der "Super Nanny" geschieht. Die Auszeitmethode ist eine schon lange praktizierte Technik, die nur auf der Grundlage einer stabilen Eltern-Kind-Beziehung angewandt werden sollte. Sie besteht aus zwei Phasen: Man geht, man setzt sich auseinander. Das Kind (oder auch die Eltern) ziehen sich an einen vorher verabredeten Ort zurück. In dieser Zeit darf nicht miteinander geredet oder der Kontakt gesucht werden. Die zeitliche Länge bemisst sich am Alter und am Temperament des Kindes - zwischen drei und fünfzehn Minuten. Dann folgt die zweite Phase, in der das Streitthema nochmals aufgegriffen und eine Lösung gesucht wird, die gegenseitige Achtung gewährleistet. Die Auszeitmethode braucht klare Absprachen, sie stellt keine Strafe dar, sondern eine Technik der Konfliktschlichtung, die die Würde aller Beteiligten respektieren sollte. Rogge

Mein Mann und ich sind oft in Erziehungsfragen uneins. Ist das schlimm?

Man muss zwischen Uneinigkeit in der Erziehung und unterschiedlichen Erziehungsauffassungen unterscheiden. Unterschiedliche Einstellungen sind normal. Sie haben mit Nähe und Distanz zu tun. Die Person, die näher am Kind ist, sich tagsüber um das Kind sorgt, erzieht anders - nicht besser oder schlechter (!) als die Person, die vielleicht - berufsbedingt - einen größeren zeitlichen oder räumlichen Abstand hat. Kinder können mit unterschiedlichen Auffassungen umgehen, wenn sie wissen, wer in der konkreten Situation die Erziehungsverantwortung hat. Sie müssen wissen, woran sie sind. Uneinigkeit in Erziehungsfragen dagegen führt dazu, dass man am Kind zerrt, um das Kind konkurriert - nach dem Motto: "Mal sehen, wer am besten mit dem Kind kann!" Dahinter verstecken sich nicht selten partnerschaftliche Probleme, die am oder über das Kind ausgetragen werden. Rogge

Jana, 6, will ein Handy, weil ihre Freundin auch schon eines hat. Sollen wir nachgeben?

Nein, Kinder brauchen keine Handys. Außerdem ist der Verdacht langfristiger Schäden für die empfindsamen Kindergehirne absolut nicht ausgeräumt. Allerdings darf die Kleine mal mit Mamas Handy telefonieren, oder ein ausrangiertes Mobilgerät zum Spielen benutzen - die ständige Erreichbarkeit per Handy, die dauernde Präsenz von elektronischen Geräten, ist für Grundschulkinder in jedem Fall schädlich. Bergmann

Kann man Kinder in Kinder-Chatrooms lassen, und wie muss man sie darauf vorbereiten?

Vorbereiten heißt: Man geht zusammen mit den Kleinen in ausgewählte Chatrooms, erfindet mit Ihnen gemeinsam den Chat-Namen und das Passwort, schreibt beides zusammen auf einen sorgfältig ausgemalten Zettel. Dann bleibt man besser eine Weile dabei, um sicher zu gehen, dass der "moderierte Chat" auch wirklich von erwachsenen Personen verantwortungsvoll "moderiert" wird, das ist keineswegs immer der Fall. Chatten an sich macht Spaß, man lernt Menschen kennen, die man gar nicht kennt, alles ist hier anders als im normalen Leben - das macht Spaß. Zweimal die Woche reicht aber! Und Sie sollten genau zuhören, wenn die Kleinen von ihren Chat-Erlebnissen plappern. Bergmann

Wenn Kinder konkurrieren hilft nur ein Gespräch

Wenn Kinder konkurrieren hilft nur ein Gespräch

"Bitte nicht stören, hier wird gesext." Das hatten Jan, 7, und Julia ,5, die Kinder unserer Nachbarin, auf einen Zettel geschrieben und die Türe verschlossen, als unsere siebenjährige Tochter bei Ihnen zu Besuch war. Soll man als Eltern da reingehen oder nicht?

"Reinpoltern" geht natürlich nicht! Aber man kann die Kleinen mit einem guten Stück Kuchen ja mal aus dem Kinderzimmer locken - und dann ein wenig plaudern: "Was bedeutet denn gesext?" Sollte sich - was leider nicht unmöglich ist - bei einem Gespräch mit der Nachbarin herausstellen, dass es sich um eine Familie handelt, in der sexualisierte Bilder oder Videos offen herumliegen, und die eine derbe bis obszöne Sprache hat, dann hilft nur ein klares, eindeutiges Verbot - gemeinsam mit dem Angebot, eine andere, ebenso tolle Freundin gemeinsam zu besuchen. Aber erstmal behutsam nachschauen, keine hektische Überreaktion! Bergmann

Unsere Kinder, 6 und 8, streiten um alles. Um einen winzigen Legostein, um den Bananenjoghurt, um die rechte Ecke auf dem Sofa, um den ersten Pfannkuchen auf dem Teller. Was steckt dahinter?

Dahinter steckt Geschwisterrivalität. Das älteste Kind fühlt sich ganz offensichtlich ungerecht behandelt, weil man bemüht ist, beide Kinder gleich zu behandeln. Dabei braucht das ältere Kind mehr Rechte, ja es fordert sie geradezu ein. Es geht mithin nicht um den Legostein oder um den ersten Pfannkuchen. Es geht vielmehr um Hierarchie. Das älteste Kind will oben sein, an erster Stelle stehen. Aber zugleich muss es lernen, zu teilen, abzugeben, Kompromisse zu schließen. Ich würde ein 4-Augen-Gespräch mit dem ältesten Kind empfehlen: Wann es den Bananenjoghurt als Erster haben möchte und an welchen Tagen es die Souveränität hat, dass sein Bruder der "Erste" ist. Rogge

Unser Sohn, 8, wird auf dem Schulhof immer wieder von Mitschülern verhauen. Soll ich mit den Mitschülern, deren Eltern oder dem Klassenlehrer reden, ihn zur Gegenwehr auffordern oder mich erst mal raushalten?

Nicht raushalten. Erst einmal schauen, ob der Kleine wirklich "mehr" gehauen wird als andere Kinder. Manche Kinder beklagen sich über Mobbing, sticheln und provozieren aber selber (es ist ihnen oft gar nicht bewusst). Sie sollten auch unbedingt mit dem Lehrer reden, sich selber zwei- oder drei Mal in der Pause auf den Schulhof setzen, mit den anderen Jungen vernünftig reden (wirkt of Wunder!). Und schließlich: Schulfreunde zu Ihnen nach Hause einladen, darunter auch einen dieser "aggressiven" Kinder. Im gemeinsamen Spiel mit Ihnen und anderen Kindern entsteht aus bitterer Feindschaft oft eine "wunderbare Freundschaft". Bergmann

Ist es eigentlich in Ordnung, wenn ich einfache Ansagen wie "Putz dir die Zähne, und zwar jetzt gleich!" nach der dritten ungehörten Aufforderung mit aller Macht in die Tat umsetze?

"Mit aller Macht" geht gar nichts. Was wollen Sie denn machen? Das Kind an den Haaren zum Wasserbecken zerren? Diese Disziplin-Protzerei - die auch Bernhard Bueb in seinem Buch "Lob der Disziplin" vertritt, führt im wirklichen Leben nur zu Streit und irgendwann knicken die Eltern ein. Nein, es reicht, wenn Sie ihr Kind liebevoll anschauen, deutlich und klar - nicht zögerlich, nicht schon auf Widerrede wartend - das Zähne-Putzen mit derselben Selbstverständlichkeit ankündigen, wie auf den Tag eine Nacht folgt. Kinder, die den natürlichen liebevollen Respekt vor ihren Eltern nicht verloren haben, reagieren darauf, maulend manchmal, aber letztlich bereitwillig. Kleine spielerische Ideen wie zum Beispiel Zähneputzen im stockdunklen Zimmer und hinterher schauen, ob die Zähne leuchten, helfen auch manchmal. Lassen Sie sich etwas einfallen. Bergmann

Wenn es nach ihm ging, würde unser Sohn Jurik, 8, jeden Tag Computerspiele spielen. Wir halten das für zu viel. Was wäre angemessen?

Was für einen Frage! Natürlich ist das zu viel, und dann kommt es auch sehr darauf an, was er spielt. Noch einmal: Computerspiele können die kognitiven Fähigkeiten von Kindern trainieren, gerade Kindern mit Lernschwierigkeiten kann das zeitweise aus einer Klemme helfen, sie lernen am Computer schneller. Aber im Computer gibt es keine menschliche Begegnung, kein Mitgefühl, keine Körpererfahrung, überhaupt kein - wie Psychologen gern sagen - "integriertes Reifen". Sie sollten Jurik nur erlauben, alle zwei Tage eine Stunde am Computer zu sitzen. Das reicht. Bergmann

Schaden Streitereien vor den Kindern? Welche Streitereien dürfen Kinder miterleben?

Streit gehört zum Alltag. Deshalb gehört auch eine Streitkultur, gehören Streitrituale zu einem zwischenmenschlichen Miteinander, das von beiderseitigem Respekt geprägt ist. Kinder können von Eltern lernen, wie man sich streitet, ohne sich psychisch oder verbal zu verletzen. Aber Kinder müssen auch erfahren, wie man sich am Ende wieder verträgt. Sie brauchen die Gewissheit des Happyends. Bestimmte Themen sollte man allerdings nicht vor den Kindern ausbreiten: finanzielle Probleme, materielle Sorgen, uneinige Erziehungsauffassungen oder partnerschaftliche Konflikte wie zum Beispiel emotionale oder sexuelle Differenzen. Rogge

Unser achjähriger hat wütend seinem Stoffhund die Pfoten abgeschnitten. Es ist nicht sein Lieblings-Kuscheltier - aber trotzdem: Warum tut er so was? Als wir ihn fragten, antwortete er einfach nicht.

Wutanfälle können auch im frühen Schulalter noch normal sein. Diese Wutanfälle sind häufig Ausdruck starker emotionaler Spannungen, einer gefühlsmäßigen Zerrissenheit: Das Kind fühlt sich groß, es kann viel, weiß manches, durchdringt selbst abstrakte Dinge, zugleich misslingt aber vieles, muss es Regeln einhalten, die es nicht einsieht, ist ungehalten über Grenzen, die es als ungerecht, als Bevormundung empfindet. Die Folge ist starker, unmäßiger Frust, der dann - wie in diesem Fall - an einem "unschuldigen" Stofftier abreagiert wird. Wut muss abgelassen werden, aber in Ritualen gebunden, weil man sich sonst in seiner Wut verliert. Hilfreich ist vielleicht eine Wutecke, in der ein Kind seine Wut so ausdrücken kann, dass weder Personen noch Sachen zu Schaden kommen. Die Wutecke sollte gemeinsam mit dem Kind gestaltet sein: Dann kann es den Boxsack geben, die Matratze, auf die sich man wirft, das Papier, das man zerreißt. Alles ist möglich, denn jedes Kind drückt seine Wut anders aus. Rogge

Die Jungs, 8 und 5, teilen sich ein Zimmer. Der Ältere darf 15 Minuten länger lesen. Diese Zeit nutzt der Jüngere, Julius, um immer wieder ins Wohnzimmer zu kommen und zu nerven: "Durst! Ich bin so einsam! Immer darf Jonathan mehr als ich! Halsschmerzen! ..." Wie können wir das abstellen?

Es ist völlig verständlich, wenn das älteste Kind mehr darf, zum Beispiel länger lesen. Es ist einsichtig, wenn die Eltern ihren "Älteren" anders behandeln als "den Jüngeren". Jüngere Geschwisterkinder dürfen ohnehin lebenszeitlich viel früher mehr. Das ist umgekehrt den "Älteren" ein Dorn im Auge. Die "Älteren" haben das Terrain erkämpft, Boden bereitet, auf dem die "Jüngeren" dann die Ernte einfahren. Aber es ist zugleich normal, wenn sich die "Jüngeren" beklagen, dass der ältere Bruder oder die ältere Schwester mehr darf, dass sie alle möglichen Mittel und Symptome einsetzen, um ihre Eltern negative Gefühle zu vermitteln, sie - mal bewusst, mal unbewusst - unter Druck zu setzen. Wenn das jüngere Kind als herzzerreißendes Gefühlsbündel daherkommt, dann will es Nähe, Geborgenheit, will es in seinem Schmerz angenommen werden, will es hören: "Mein armer, kleiner Julius!", und nicht: "Bald bist du groß, dann darfst du das auch!" Rogge

Behindert Fernsehen die Gehirnentwicklung?

Fernsehen ist eine passive Erfahrung und schwächt das Gefühl von Kindern, selbst etwas bewirken, gestalten zu können. Das ist so ziemlich das Schlimmste, was man Kindern antun kann. Hüther

Woher kommt die Lust am Verbotenen bei Kindern?

Kinder wollen tagtäglich ein kleines Stück über sich hinauswachsen. Deshalb suchen sie sich immer wieder Aufgaben, an denen sie ausprobieren können, was möglich ist. Dazu gehört auch das Überschreiten von Verboten. Hüther

Themen in diesem Artikel
Ich brauche dringend Hilfe bei der EM rente
Guten Tag mein Name ist Carsten Langer ich bin 46 Jahre alt und Versuche seit März 2015 die EM Rente zu beckommen meine Ärzte sagen ich kann nicht mehr Gutachten der Kranken Kasse sieht das auch so nur die Gutachter der Rentenkasse Sehens anders war schon vor sozial Gericht 1 Instanz Richterin sagt ich kann nicht am Gutachten vorbei entscheiden ihre Empfehlung ich sollte in die 2 Instanz weil sie meint das ich auch nicht mehr Arbeits fähig bin die 2 Instanz sagt laut Gutachten könnte ich noch arbeiten aber ihre Meinung nach könnte ich auch nicht mehr arbeiten ich sollte doch auf ein Urteil verzichten und ich sollte neu Rente beantragen und der zwischen Zeit wurde ich zur Berufs Findung geschickt die nach sechs Wochen von der Rentenkasse abgebrochen wurde habe auch erfahren das die Rentenkasse mir keine Umschulung mehr zutraut auf den Rat ich sollte noch Mal EM Rente beantragen bin ich in Reha gegangen damit ich auch neue Arzt berichte habe die Reha hat den Aufenthalt von 4 auf drei Wochen verkürzt und mich entlassen als nicht arbeitsfähig für den allgemeinen Arbeits Markt und ich kann keine 3 Stunden arbeiten das hat der Rentenkasse wieder nicht gereicht hatich wieder zum gutachter geschickt der mir 45 Minuten fragen gestellt hat und jetzt heißt es ich kann wieder voll arbeiten auf den allgemeinen Arbeits Markt Meine Erkrankungen sind Ateose in beiden knieen und mehreren Finger Gelenken Verschleiß in beiden Fuß, Hüft, Schulter und elebogen Gelenken dazu Gicht im linken Daumen satel Anhaltende Schmerzstörungen Wiederkehrende Depressionen Übergewicht Hormonstörungen Wirbelsäulenleiden Bandscheibenschädigung Schlaf Atem Störung Schlafstörungen eine ausgeprägte lese und rechtschreib Schwäche Panick Attacken ( Zukunftsangst) Suizidale Gedanken 1 Suite Versuch Laut aus Zügen einiger Befunde Bin ich nicht mehr Stress resistent Darf keinen akort machen keine Schicht Arbeit keine gehobene Verantwortung überaschinem oder Personen tragen usw Aber al das reicht nicht für die EM Rente Mittlerweile bin ich von der Kranken Kasse ausgesteuert das Arbeitsamt hat mich nach 9 Monaten abgemeldet und seit April wäre die Renten Kasse nicht mehr für mich zuständig aber da ein laufendes verfahren ist hmm keine Ahnung Da ich Mal gut verdient habe habe ich eine bu abgeschlossen aber da die über 900 euro mir zählt und das schon fast 3 Jahre habe ich kein Anspruch auf Harz 4 Grundsicherung Wohngeld oder sie Tafel für essen nein ich darf dafon mich noch mit 260€ freiwillig Kranken versichern Deswegen konnte ich meine Wohnung mir nicht mehr leisten und bin auf einen Campingplatz gezogenitlerweil habe ich eine Freundin und wir teilen uns die Wohnung Bitte ich brauche dringend Hilfe mir wird das alles zuviel werde mich parallel zu ihnen auch an den svdk wenden aber vielleicht können sie unterstützend helfen ich weiß echt nicht weiter und meine schlechten Gedanken werden wider sehr stark Mfg