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Hirnforschung: Gehörte Lacher stecken an

Je schlechter die Comedy-Show, desto mehr Lach-Einspieler. Ein alter Trick, denn auch Fernsehmacher wissen: Lachen steckt an. Hirnforscher können nun auch erklären, warum das sogar nur über Hören funktioniert.

Schon das Geräusch lachender Menschen veranlasst das Gehirn, die Gesichtsmuskeln automatisch aufs Mitlachen vorzubereiten. Daher sei Lachen ansteckend - selbst, wenn der Grund für die Fröhlichkeit unbekannt ist, schreiben britische Forscher. Die Wissenschaftler um Jane Warren vom Hammersmith Hospital in London hatten Freiwilligen verschiedene emotionale Lautausdrücke vorgespielt und dabei die Hirnaktivität beobachtet. Positive Gefühlsäußerungen wie Lachen oder Jubeln lösen in einer Region der Hirnrinde eine sehr starke Antwort aus, die die akustischen Gefühlsausdrücke widerspiegelt, fanden die Forscher heraus. Die Wissenschaftler veröffentlichen ihre Ergebnisse in der Fachzeitschrift "Journal of Neuroscience" (Bd. 26, Nr. 49).

Spiegelneuronen werden beim Betrachten und Hören aktiviert

Das untersuchte Areal der Hirnrinde, der prämotorische Cortex, ist für die Planung von Bewegungsabläufen wie beispielsweise das Lachen zuständig. Außerdem finden sich in dieser Hirnregion so genannte Spiegelneuronen. Das sind Nervenzellen, die allein durch die Betrachtung einer Bewegung anderer Menschen aktiviert werden und so die Bewegung auf nervlicher Ebene widerspiegeln. Warren und ihre Kollegen untersuchten, ob diese Spiegelneuronen auch bei rein akustischen Signalen automatisch reagieren.

Dafür untersuchten sie die Aktivität in der Hirnrinde von Freiwilligen mithilfe eines funktionellen Magnetresonanztomographen, der Stoffwechselvorgänge sichtbar macht, die bei Aktionen im Gehirn entstehen. Nun spielten die Forscher den Freiwilligen menschliche Äußerungen vor, die vier Emotionen - Triumph, Spaß, Angst und Ekel - ausdrückten. Alle Hörbeispiele lösten Aktivität im prämotorischen Cortex aus, der die Bewegungsabläufe für die Gesichtsmuskulatur entwirft. Die Aktivitäten bei den positiven Gefühlsausdrücken waren dabei stärker als bei Ekel und Angst. Positive Emotionsgeräusche seien demnach ansteckender, erklären die Forscher.

DDP / DDP
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